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Ryder Cup 2016 : US-Golfer lassen Team Europa keine Chance

Von Beginn an laufen Europas Golfer beim 41. Ryder Cup einem Rückstand hinterher - und unterliegen am Ende deutlich. Für die USA ist es der erste Sieg nach 2008.

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Patrick Reed schlug im ersten Einzel Rory McIlroy und brachte sein Team am Sonntag damit gleich richtig in Fahrt.
Patrick Reed schlug im ersten Einzel Rory McIlroy und brachte sein Team am Sonntag damit gleich richtig in Fahrt.Foto: AFP

Darren Clarke hatte einen Plan. Am Sonntag schickte er seine besten Spieler in den Einzeln gleich zu Beginn auf den Platz. Schließlich musste Team Europa beim Ryder Cup einen deutlichen 6,5:9,5-Rückstand nach dem zweiten Tag aufholen. Doch die Idee des europäischen Kapitäns ließ sich nur bedingt in die Tat umsetzen. Spitzenspieler Rory McIlroy verlor das hochklassige Auftaktmatch gegen den entfesselt aufspielenden Patrick Reed genauso knapp wie überraschend. Zwar holten danach Henrik Stenson, Thomas Pieters, Rafa Cabrera-Bello drei Punkte für Europa. Doch anschließend wurde auf dem Leaderboard nicht mehr viel Blau - letztlich gewannen die US-Amerikaner siebeneinhalb der zwölf zu vergebenen Einzelpunkte und siegten in der Endabrechnung deutlich mit 17:11. Nach zuvor drei Niederlagen war es der erste Sieg von Team USA beim Ryder Cup seit 2008. "Ich bin einfach sehr, sehr stolz auf die Jungs", sagte US-Kapitän Davis Love III. "Sie taten alles, was ich von ihnen verlangt habe. Sie spielten mit Herz. Sie arbeiteten hart, sie kämpften hart."

Genau genommen hatten die Europäer die Chance auf eine erneute Titelverteidigung schon am Vormittag von Tag 1 vergeben, als sie alle vier klassischen Vierer verloren und gleich mit 0:4 ins Hintertreffen gerieten. Immerhin zeigte sich die Mannschaft vom nordirischen Kapitän Clarke im Hazeltine National Golf Club im US-Bundesstaat Minnesota am Freitagnachmittag und Samstagvormittag gut erholt vom desaströsen Auftakt und konnte sich nach zwölf Matches immerhin auf 5,5:6,5 herankämpfen, doch am Nachmittag von Tag 2 ließen sie dann wieder einige Punkte leichtfertig liegen.

Martin Kaymer gewann nur eines seiner vier Matches - in dem es um nichts mehr ging

Während bei Europa nur McIlroy und die Neulinge Cabrera-Bello sowie der mit vier gewonnenen Matches beste Punktesammler Pieters durchweg überzeugen konnten, war das US-Team insgesamt einfach tiefer besetzt. Niemand fiel in der Mannschaft von Kapitän Davis Love III ab, angeführt und gepusht von Patrick Reed spielten die Amerikaner souverän und letztlich deutlich konstanter. Die sechs Neulinge im Europa-Team waren dann vielleicht doch des Guten zu viel, zumal vermeintliche Leistungsträger wie Ryder-Cup-Veteran Lee Westwood, Masters-Sieger Danny Willett (beide null Punkte in drei Matches) und auch der Deutsche Martin Kaymer (ein Punkt in vier Matches) weit von ihrer Bestform entfernt waren.

Nicht immer reicht gute Stimmung in einer Truppe allein, um individuelle Klasse auszugleichen. Zumal der Teamgeist bei den Amerikanern diesmal deutlich besser war als noch bei den vergangenen Austragungen. Clarkes Entscheidungen bei der Aufstellung müssen sicherlich auch hinterfragt werden, im Endeffekt war der Gegner diesmal aber wohl einfach stärker. In zwei Jahren in Paris soll das dann aus europäischer Sicht nach Möglichkeit wieder anders aussehen.

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