Sabrina Mockenhaupt : Zwischen beiden Rollen

Bahn- und Marathonläuferin Sabrina Mockenhaupt startet in Berlin im Halbmarathon. Nebenbei läuft sie auch Marathonstrecken. Noch will sie sich nicht entscheiden.

Frank Bachner
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Mockenhaupt

BerlinVor ihren Fernseher hat sie ihre Magnetfeldmatte gelegt. Magnetfeldmatte, das hört sich etwas esoterisch an, aber Sabrina Mockenhaupt ist das egal. Sie ist bequem, die Matte, das ist wichtig. Sie kann dort prima „Topmodels“ im Fernsehen anschauen. Damit ist der Abend gerettet. Für eine anstrengende Unterhaltung fehlt ihr schlicht die Kraft.

Sie läuft an jedem Sonntag 26 Kilometer, insgesamt bis zu 170 Kilometer pro Woche, so ein Programm hatte sie noch nie. Eigentlich müsste sie noch mehr Kilometer abspulen, sagt sie. Aber wenn sie das machen würde, müsste sie sich wohl endgültig für Marathon entscheiden.

Im Moment spielt Sabrina Mockenhaupt vom Kölner Verein für Marathon noch eine Doppelrolle. Sie läuft leidenschaftlich gerne auf der Bahn, aber sie hat auch 2007 den Köln- und 2008 den Frankfurt-Marathon gewonnen. Doch bei der WM 2009 in Berlin verzichtet sie auf den Marathon, sie startet lieber über 10 000 Meter. So gesehen passt ihr Start beim Halbmarathon am Sonntag in Berlin ideal ins Programm. Er nützt für die Bahn und für die Marathonstrecke.

„Viele Kritiker sagen, es sei unmöglich, für Bahn und Marathon zugleich zu trainieren“, sagt die 28-Jährige. „Aber es geht doch. Ich zeige es doch.“ Stimmt ja, allerdings nur, solange ihre Ansprüche nicht höher werden. Ihre Marathon-Bestzeit steht bei 2:26:22 Stunden, die Weltklasse ist Minuten schneller. Ihre Marathonsiege darf man denn auch nicht überbewerten, sie ist immer noch neu auf der Strecke. Wenn sie schneller werden will, muss sie wohl spezifischer auf Marathon trainieren. Zulasten der Bahn.

Ihr Umstieg auf die Straße hat auch etwas mit Geld und Aufmerksamkeit zu tun. „Der Marktwert steigt, wenn man auf der Straße läuft“, sagt sie. „Da wird man von Medien stärker beachtet, das merken auch die Sponsoren.“ Mockenhaupts Marktwert sei gegenüber 2008 um ein Drittel gestiegen, sagt Berlins Renndirektor Mark Milde. 2008 gewann sie den Frankfurt-Marathon, sie belegte über 10 000 Meter bei Olympia in persönlicher Bestzeit den guten Platz 13. Diese Kombination steigerte ihren Marktwert. „Bei mir ist die Finanzkrise noch nicht angekommen“, sagt sie.

Andererseits gibt’s da auch diese emotionale Seite. „Mit dem Herzen bin ich fest auf der Bahn.“ Da geht es um Eitelkeit und sportlichen Erfolg. Mockenhaupt ist auf der Bahn bei den Langstrecken in Deutschland fast konkurrenzlos. „Ich sehe nicht ein, dass Gegnerinnen, die schlechter sind als ich, meine Meistertitel holen.“ Meine, sagt sie. Mockenhaupt war allein über 5000 und 10 000 Meter zwölf Mal Deutsche Meisterin.

Und auf der Halbmarathonstrecke liegt sie inzwischen schon auf Augenhöhe mit Irina Mikitenko, der mit Abstand besten deutschen Marathonläuferin. Im Oktober 2008 verbesserte Mockenhaupt ihren persönlichen Rekord im Halbmarathon auf 68:51 Minuten. Damit hatte sie exakt die gleiche Bestzeit wie Mikitenko.

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