Sachsen-Anhalt : Der NPD-Mann mit der Pfeife

Lutz Battke sitzt für die NPD im Stadtrat von Laucha. Als Jugendfußballtrainer wurde er nach öffentlichem Druck durch einen anderen Übungsleiter ersetzt. Doch die Trennung scheint nur vorgetäuscht - Battke trat nun als Schiedsrichter bei einem Jugendspiel auf.

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Battke engagiert sich für die NPD, Laucha ist das egal.
Battke engagiert sich für die NPD, Laucha ist das egal.Foto: dpa

Berlin – Lutz Battke trägt gern Schwarz. Von Montag bis Freitag arbeitet er als Schornsteinfegermeister und am Wochenende versucht sich Battke neuerdings als Schiedsrichter. So geschehen am Sonntag: Battke leitete für den BSC Laucha das Spiel der vereinseigenen F-Jugend gegen Naumburg – und sorgte für Empörung.

Lutz Battke ist kein gewöhnlicher Schiedsrichter. Er sitzt für die NPD im Stadtrat von Laucha und ist als Abgeordneter im Kreistag des Burgenlandkreis tätig. In der Vergangenheit engagierte sich Battke auch bei der Organisation von rechtsradikalen Demonstrationen. Bevor er sich am Wochenende als Unparteiischer versuchte, trainierte Battke lange Zeit die F-Jugend des BSC Laucha. Die Kinder in dieser Klasse sind nicht älter als acht Jahre, in den meisten Fällen sogar jünger. Erst als der öffentliche Druck zu groß wurde, entschied sich der Verein vor vier Wochen widerwillig, den Trainer durch einen anderen Übungsleiter zu ersetzen. Doch die Trennung scheint nur vorgetäuscht, wie der Einsatz Battkes am Wochenende beweist. Bereits im August hatte Lauchas Vereinspräsident Klaus Wege gegenüber dem Tagesspiegel gesagt: „Battke hat im Verein die volle Rückendeckung, weil wir das Ganze nicht als Politikum sehen.“ Der Präsident des Landessportbundes Sachsen-Anhalt (LSB), Andreas Silbersack, sieht den Fall sehr wohl als Politikum und ist entsetzt über das Verhalten des BSC Laucha: „Für uns war es ein positives Zeichen, dass der Verein Herrn Battke von seinen Aufgaben als Trainer enthob. Das er jetzt als Schiedsrichter zurückkommt, ist ein Rückfall, der mich persönlich sehr enttäuscht.“

Nun will der LSB prüfen, wie er mit dem BSC Laucha und dessen Verantwortlichen in Zukunft verfährt. Am 25. September wird der Verband im Rahmen des Landessporttages eine neue Satzung auf den Weg bringen. „Speziell wegen der Ereignisse in Laucha“, wie Silbersack sagt. Vereine, die „sich undemokratisch, sprich extremistisch verhalten“, sollen demnach in Zukunft härter bestraft werden – zum Beispiel mit dem Ausschluss aus dem Verband. Das wird im Falle des BSC Laucha aber nicht einfach werden. „Erst wenn sich der gesamte Verein als rechtsradikal definiert, würde das den LSB auf den Plan rufen. Bisher ist aber nur der Herr Battke auffällig geworden“, sagt Silbersack. Es sieht so aus, als würde Lutz Battke auch in Zukunft nicht nur unter der Woche einen schwarzen Dress tragen können.

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