Sachsen : Vereine sollen für Polizeieinsätze bezahlen

Angesichts der andauernden Gewalt in und um sächsische Fußball-Stadien hat der Innenminister des Freistaats eine Beteiligung der Klubs an den Kosten der Polizeieinsätze in Aussicht gestellt. Am Wochenende war es erneut zu Ausschreitungen gekommen.

Leipzig - Nach erneuten Krawallen schließt der Freistaat Sachsen eine Beteiligung der Fußballvereine an den Kosten für Polizeieinsätze nicht mehr aus. "Wenn die Vereine nichts gegen die Gewalt im Stadion tun, muss man sich fragen, warum die Allgemeinheit für die Einsätze aufkommen soll", sagte Innenminister Albrecht Buttolo. Er stellte sich damit hinter Überlegungen von Staatskanzleichef Hermann Winkler (beide CDU). Dieser hatte betont, die Fußball-Fans müssten sich jetzt "zusammenreißen", sonst sei eine Übernahme der Kosten der Polizeieinsätze nicht mehr ausgeschlossen.

Am Wochenende war es in der Oberliga Süd in Sachsen zu zwei Zwischenfällen gekommen. Beim Spiel des VFC Plauen gegen den FC Sachsen Leipzig wurden am Freitagabend bei Gewalttätigkeiten vier Polizisten verletzt, eine Beamtin musste stationär im Krankenhaus aufgenommen werden. Das Spiel des FSV Zwickau gegen den Chemnitzer FC am Samstag musste wegen wiederholter Angriffe auf die Chemnitzer Fans mit Feuerwerkskörpern für zehn Minuten unterbrochen werden.

Zur Not auch Stadionverbote

Buttolo sagte, es sei angesichts der finanziellen Lage vieler Vereine natürlich schwierig, diese an den Kosten zu beteiligen. Die Clubs müssten sich allerdings dringend mit dem Gewaltproblem befassen und zur Not auch Stadionverbote gegen Randalierer verhängen.

Winkler hatte in der "Leipziger Volkszeitung" gesagt, "ich weiß auch, dass die Klubs nicht so reich sind, um die Kosten möglicherweise vollständig zu übernehmen. Aber so kann es nicht weitergehen". Dem Steuerzahler würden jedes Wochenende hunderttausende Euros zugemutet, "weil sich einige gewaltbereite Idioten nicht benehmen können", fügte er hinzu.

Jetzt seien auch die friedlichen Fans gefordert, "die ja zum Glück immer noch in der Mehrheit sind", sagte Winkler. Der Staatskanzleichef lässt vom Sächsischen Fußball-Verband und dem Landessportbund ein Konzept gegen die Gewalt in den Stadien erarbeiten, das zur Winterpause vorliegen soll. (tso/ddp)

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