Sport : Sag’ mir, wer die Tore schießt

Der FC Hansa hat wieder ein Stürmerproblem

Friedhard Teuffel

Was ist neu?

Ein kleines Problem ist nach Rostock zurückgekehrt. Das Problem ist nicht neu, aber in dieser Saison wieder ganz aktuell. Es ist die Frage, wer eigentlich die Tore schießen soll für den FC Hansa. Das ist schon seit Jahren das Problem der Rostocker, nur im vergangenen Jahr hatten sie Ruhe davor. Da traf Martin Max gleich zwanzigmal. Er war der beste deutsche Stürmer der Liga. Wenn er gewollt hätte, dann hätte er sogar noch mit zur Europameisterschaft fahren können. Vor allem aber befreite er den FC Hansa für ein Jahr von der Abstiegsangst.

Die wird die Rostocker nun wieder befallen, weil Max mit 35 Jahren seine Karriere beendet hat. Er lässt vier Stürmer zurück, den 31 Jahre alten Magnus Arvidsson und die drei jüngeren Angreifer Rade Prica (24), Antonio di Salvo (25) und Marco Vorbeck (23). Dem Verein würde es schon helfen, wenn zwei von ihnen zusammen so viele Tore schießen würden, wie Max in der vorigen Saison gelungen waren. Die vier erzielten in der vergangenen Runde schließlich gemeinsam gerade einmal 14 Treffer.

Um die Mannschaft moderat zu verstärken, haben die Rostocker auch in diesem Jahr jegliches Risiko gescheut. Nach Rostock kommt unter anderem Dennis Lapaczinski von Hertha BSC. Den hatte schon der frühere Trainer Armin Veh verpflichten wollen. Und auch die guten Erfahrungen der Rostocker mit Spielern aus Nordeuropa haben sich wieder in den Transfers niedergeschlagen. Es sind zwei Dänen nach Rostock gewechselt: Kim Madsen und David Rasmussen. Vielleicht verpflichtet der FC Hansa Rostock auch noch schnell einen Stürmer.

* * *

Wer ist der Star?

In der vergangenen Runde hat sich Trainer Juri Schlünz diese Rolle noch mit Martin Max geteilt, in dieser Saison konzentriert sich die Aufmerksamkeit ganz auf ihn. Seine Mannschaft besteht vorwiegend aus ruhigen Männern, und Schlünz ist wohl der ruhigste von ihnen. Die Hauptperson ist er in Rostock vor allem, weil er ein Anti-Star ist. Als Trainer hat er bisher nur beim FC Hansa gearbeitet, die meiste Zeit sogar nur als Kotrainer. Vom Fußball ist er zwar begeistert, doch diese Begeisterung vermittelt er höchstens seinen Spielern, jedenfalls nicht der Öffentlichkeit. Dass er der ewige Kotrainer des FC Hansa ist, hat Schlünz jedoch durch den neunten Platz in der vorigen Saison widerlegt.

* * *

Was ist möglich?

Es wäre schon ein kleines Fußball-Wunder, wenn Hansa wieder in der ersten Tabellenhälfte mitspielen würde. Wenn sie es noch einmal so weit bringen wollen, dann müssten sich alle deutlich steigern, vor allem die Stürmer. Abgesehen vom Angriff haben die Rostocker jedoch keine wirklichen Schwachpunkte. Hinten steht Mathias Schober, ein sicherer Torwart, davor haben die Rostocker einige wirksame Abwehrkräfte und im Mittelfeld noch zahlreiche begabte Spieler wie den Schweden Marcus Lantz. Absteigen kann man mit ihnen eigentlich nicht.

Morgen: Hamburger SV

0 Kommentare

Neuester Kommentar