Sport : Sag mir wer

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Hamburg (dpa). Die Prognosen der Prominenten zum Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft erwiesen sich überwiegend als falsch. Experten von Franz Beckenbauer über Johan Cruyff bis Pelé setzten auf die schon in der Vorrunde gescheiterten Favoriten Frankreich oder Argentinien und trauten der deutschen Elf höchstens die Viertelfinal-Teilnahme zu. Lediglich zwei Vertreter der Schauspielkunst lagen bisher richtig.

„Nur Deutschland kann Weltmeister werden“, behauptete der Münchner Schauspieler Klaus Löwitsch. Auch Uschi Glas meinte: „Ich bin zwar kein Experte, aber ich drücke unseren Buben die Daumen. Sie haben schon öfter Dusel gehabt, warum nicht auch jetzt. Wenn sie die Vorrunde überstehen, ist alles möglich - also auch der WM-Sieg.“

Unterdessen haben viele Experten ihre Favoriten schon mehrmals gewechselt. So glaubt Diego Maradona inzwischen zwar, „dass Deutschland kaum zu schlagen“ sei, doch der Argentinier gewann diese Erkenntnis erst, als seine Tipps Argentinien und England geplatzt waren. Franz Beckenbauer baute die deutschen Spieler („Ihr seid nicht so schwach, wie ihr gemacht werdet“) zwar auf, schränkte aber ein: „Was über das Achtelfinale hinausgeht, ist schon ein Erfolg.“ Auch Bernd Schuster traute den Deutschen nicht viel zu: Das Tief sei noch nicht überwunden, „daher sollten wir nicht herumspinnen. Denn eine Chance auf den Titel hat die deutsche Elf nicht.“ Dagegen bewies eine Reihe deutscher Politiker erstaunliche Kenntnisse. Bundeskanzler Gerhard Schröder („Völler hat einen guten Mannschaftsgeist ins Team gebracht“), Kanzlerkandidat Edmund Stoiber („Die Nationalelf kann weiter kommen, als viele denken“), CDU-Chefin Angela Merkel („Halbfinale“), FDP-Vize Rainer Brüderle („Ich setze besondere Hoffnungen in Klose“) und die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth („Das Team schneidet besser ab als befürchtet“) waren sich einig.

Andere glänzten weniger. „Die deutsche Mannschaft kann zufrieden sein, wenn sie das Viertelfinale erreicht“, sagte Rhetorik-Professor Walter Jens. „Ihr fehlt es an Spielwitz, Intelligenz, Herz und der Fähigkeit zu improvisieren.“ Als verwegener Tipper erwies sich Lothar Bisky. Der Fraktionschef der PDS, der „auf Schottland hoffte“, drückte von vornherein vergeblich die Daumen, denn die Schotten hatten sich nicht für die WM qualifiziert.

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