Sport : Saisonstart für TeBe: Heute erstes Spiel gegen Essen

Karsten Doneck

Prestigeträchtige Autos, im Besitz hoch dotierter Profis, stehen während der Trainingsstunden kaum noch auf dem Parkplatz. Die unübersehbare Stellwand im Stadioncasino mit dem Schriftzug des Hauptsponsors ist ebenso verschwunden wie das große Pressezelt zwischen den Eingängen zur Haupttribüne. Rund um das Mommsenstadion ist wieder etwas mehr Beschaulichkeit eingekehrt. Tennis Borussia, einst mit mächtigem Ballyhoo losgestürmt, um künftig im Europapokal Tore zu schießen, sucht im Kleinen den Neuanfang. Der Klub, zwangsversetzt in die Regionalliga, kommt runderneuert daher: eine komplett neue Mannschaft, ein neuer Trainer und neue, bescheidene Zielvorgaben. Aber so leicht unterkriegen lassen will sich TeBe nicht. "Wir können noch ein bisschen was Anderes als nur rumbolzen", verspricht Willi Kronhardt, einer von vielen Neuen im TeBe-Dress vor dem Saisonauftakt heute gegen Rot-Weiß Essen (19 Uhr, Mommsenstadion).

Eine nur neuntägige Vorbereitungszeit, wie sie Tennis Borussia nach der Lizenzverweigerung durch den DFB und dem anschließenden Gang durch die Gerichtsinstanzen blieb, hat natürlich Folgen. Und zwar keine guten. "Ich bin im Moment ein bisschen ausgelaugt", erzählt Kronhardt (früher Energie Cottbus) rückblickend auf das äußerst komprimierte Trainingspensum der letzten Tage. "Natürlich hat die Mannschaft im konditionellen Bereich noch Nachholbedarf", gibt Trainer Mirko Slomka zu. Doch da sind auch ein paar Mut machende Faktoren. "Wir haben in drei Testspielen drei Mal gewonnen, dabei auch eine gewisse Stabilität erreicht", sagt Slomka. Und auch Kronhardt klingt recht kämpferisch, wenn er verkündet: "Gegen Essen wird sich zeigen, was wir uns erarbeitet haben."

Seine Aufstellung für die Partie heute hütet Trainer Slomka als großes Geheimnis - als ob es da viel zu verbergen gibt. Einer allerdings, ursprünglich mal als Stütze gedacht, wird garantiert nicht auflaufen: Der in der vorigen Saison zum Profikader zählende Niclas Weiland hat in letzter Minute das Vertragsangebot von TeBe abgelehnt und wird "zu einem Zweitligisten wechseln", so Geschäftsführer Michael Plassmann. Weiland wird dem Vernehmen vom VfL Osnabrück umworben. Auch Christian Tiffert wird Berlin verlassen. Gegenwärtig versucht der Jungstürmer vor Gericht die Aufnahme auf die DFB-Transferliste zu erstreiten. TeBe mag diesem Wunsch nämlich partout nicht entsprechen. Dabei wartet doch der VfB Stuttgart schon sehnsüchtig auf Tiffert.

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