Saisonstart in der Zweiten Liga : Weniger Glamour, aber umso spannender

Nach den Aufstiegen von Hannover 96 und VfB Stuttgart fehlen zwei große Namen. Dafür ist das Aufstiegsrennen offen wie lange nicht. Ein Kommentar.

Das wird eng. Damir Kreilach gehört mit Union zu den Favoriten. Doch auch Dynamo Dresden will wie im Vorjahr eine gute Rolle spielen.
Das wird eng. Damir Kreilach gehört mit Union zu den Favoriten. Doch auch Dynamo Dresden will wie im Vorjahr eine gute Rolle...Foto: Thomas Eisenhuth/dpa

In der Sportvermarktung und im Wettbewerb um Zuschauer sind Superlative ein inflationär genutztes Mittel. Alles ist super, spektakulär, einzigartig – und so warb der Fernsehsender Sport1 lange mit dem Spruch: beste Zweite Liga aller Zeiten. Wenn an diesem Freitag die zwei Geheimfavoriten VfL Bochum und FC St. Pauli die Saison eröffnen (20.30 Uhr/Sky), ist davon nichts zu hören. Das hat zwar vor allem mit dem Verlust der Übertragungsrechte des Spartensenders zu tun, ist aber auch sportlich passend. Denn in der neuen Spielzeit wird vieles eine Nummer kleiner.

Mit den Aufstiegen von Stuttgart und Hannover sowie den Abstiegen von 1860 München und dem KSC sind der Zweiten Liga einige große Namen abhanden gekommen. In der vergangenen Saison verzeichnete die Liga den höchsten Zuschauerschnitt seit ihrer Gründung 1974. Mit durchschnittlich 21.738 Zuschauern kamen mehr Fans in die Stadien als in Frankreichs höchster Spielklasse.

Während die Besucherzahlen zwangsläufig sinken werden – außer Duisburg haben alle Auf- und Absteiger kleine Stadien mit weniger als 20.000 Plätzen –, kann sich der Wiederaufstieg von Stuttgart und Hannover auf den sportlichen Wettbewerb aber durchaus positiv auswirken. In der vergangenen Saison war bei der Suche nach den Favoriten nur die Frage, welches der beiden Schwergewichte nun Erster und wer Zweiter wird. Zwar war das Rennen um den Aufstieg dann spannend wie lange nicht mehr. Am Ende trat aber doch das ein, was alle prophezeit hatten.

Kurz vor dem Start der Saison 2017/18 ist eine Einschätzung deutlich schwerer. Die Trainer der Zweitligisten sehen die beiden Absteiger sowie Braunschweig und den 1. FC Union weit vorne. Andere tippen auf Traditionsvereine wie Bochum, Dresden oder Nürnberg. Einen klaren Favoriten gibt es jedenfalls nicht. Es wird wohl nicht die beste Zweitliga-Saison aller Zeiten, aber sicher eine der unberechenbarsten.

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