Sport : "Salary Cap" stößt auf Skepsis und Zustimmung

Die von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) geplante Gehaltsobergrenze für Profis stößt in der Bundesliga zwar auf Zustimmung, aber auch auf große Skepsis. "Die Botschaft höre ich wohl, allein mir fehlt der Glaube", erklärte Manager Michael Meier von Borussia Dortmund am Mittwoch: "Einen Salary Cap hat es schon bei der Gründung der Bundesliga 1963 gegeben, und er wurde schon damals pausenlos überschritten."

In den ersten beiden Bundesliga-Jahren durften Spieler maximal 1500 Mark brutto im Monat verdienen. Diese Zeiten sind längst vorbei, Mittelfeldstar Stefan Effenberg soll bei Bayern München mehr als fünf Millionen Mark im Jahr verdienen. Kein Wunder daher, dass auch Karl-Heinz Rummenigge als Vizepräsident des Deutschen Meisters die Einführung eines maximalen Gehaltsvolumens pro Verein nach Vorbild der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) begrüßen würde.

Rummenigge: "Für die Vereine wäre das wunderbar, aber es ist nicht durchsetzbar. In Europa herrscht die totale freie Marktwirtschaft, anders als in den USA. Da liegt die Grenze bei 200 000 Dollar, trotzdem verdient Lothar Matthäus nächstes Jahr über eine Million Dollar. Der viel bessere Weg wäre: Die Uefa müsste wie der DFB oder die Franzosen Lizenzen an die Vereine vergeben." Dies plant die Uefa zumindest im Fall der Europapokal-Starter. Kriterien für die Teilnahme an der Champions League und am Uefa-Cup sollen die Vorlage einer ausgeglichenen Bilanz sowie eine Gehaltsbegrenzung sein.

Aus Angst vor einem Massen-Bankrott europäischer Spitzenklubs - Spaniens Rekordmeister Real Madrid drückt ein Schuldenberg von mehr als 200 Millionen Mark - auf Grund der nach dem Bosman-Urteil 1995 explodierten Gehälter und Transfersummen hatte auch Michel Zen-Ruffinen, Generalsekretär des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa), eine Gehaltsobergrenze gefordert. Das Problem habe inzwischen "furchterregende Ausmaße" erreicht, stellte der Schweizer vor dem Hintergrund fest, dass viele Klubs Millionen investieren, um die lukrative Champions League zu erreichen.

Auch Manager Uli Hoeneß vom FC Bayern befürchtet Schlimmes: "Was Gehälter und Ablösesummen betrifft, haben wir die Endphase erreicht. Irgendwann demnächst gibt es den großen Crash. Ich kann mir vorstellen, dass einige Vereine Pleite gehen." Vor allem den britischen Klubs prophezeit Uli Hoeneß Böses: "Die Aktienentwicklung bei den englischen Vereinen spricht doch Bände." Zu den wenigen Klubs aus dem Fußball-Mutterland, die schwarze Zahlen schreiben, gehört Champions-League-Sieger Manchester United.

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