Sport : Salomonisches Urteil

Mathias Klappenbach

trauert mit den Fußballern der Inselgruppe Francis Aruwafu hat versagt. Dabei gab es doch noch Karten. Die Bestellmöglichkeiten für Arufawus Nationalmannschaft sind im Gegensatz zu denen für fast alle anderen Länder auf der Internetseite des Fußball-Weltverbandes Fifa noch gelb und nicht schon rot markiert. Im Vorverkauf der WM 2006 gibt es sogar noch die Ticketserie, die bis ins Finale gültig ist. Doch Aruwafu, Nationaltorwart der Salomonen, musste gestern gegen Australien gleich sieben Mal den Ball aus dem Netz holen. Jeder Gegentreffer für die Salomonen im Hinspiel der Endausscheidung für die WM 2006 der Ozeanien-Gruppe war für viele Fans ein schmerzhafter Nadelstich. Jedes Mal, wenn Aruwafu dem Ball vergebens hinterher hechtete, sanken für viele Menschen, die zuletzt ihr Herz für die kleine Inselgruppe mit dem viel versprechenden Namen entdeckt haben, die Chancen auf das große Glück.

Ihren Namen hat die Inselgruppe im 16. Jahrhundert von spanischen Seefahrern nach dem jüdischen König Salomo erhalten. Die Entdecker dachten dabei aber nicht an dessen berühmtes Urteil, nach dem jeder WM-Karten erhalten sollte. Sie hatten den Reichtum Salomos im Sinn, weil sie sich Goldvorkommen erhofften. Auch diese Hoffnung trog.

Wenn Australien weiterkommt, wird es wie üblich in zwei Entscheidungsspielen gegen den Fünften der Südamerika- Gruppe aus der Qualifikation ausscheiden. Aber zunächst findet am Dienstag das Rückspiel im Hexenkessel von Honiara, der Hauptstadt der Salomonen, statt. Das letzte Gruppenspiel gegen Australien war 2:2 ausgegangen, Commins Menapi hatte beide Tore für die Salomonen erzielt. Vielleicht geht ja noch was.

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