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Salut für türkische Armee : Lukas Podolski entschärft Solidaritäts-Tweet

Galatasaray-Neuling Lukas Podolski sorgt mit einer Solidaritätsbekundung bei Twitter für Irritationen. Inzwischen hat er Teile der Äußerung zurückgenommen.

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Lukas Podolski auf dem Platz für Galatasaray Istanbul.
Lukas Podolski auf dem Platz für Galatasaray Istanbul.Foto: firo Sportphoto

Lukas Podolski, Neuzugang bei Galatasaray Istanbul, hat am Freitag eine Solidaritätsadresse an die türkische Armee veröffentlicht. Auf Twitter und Facebook postete der Weltmeister ein Foto, auf dem er vor der türkischen Nationalflagge salutiert.

Darüber stand ursprünglich ein Text in türkischer Sprache, der in etwa bedeutet: "Mein Herz ist mit euch, die für die Fahne gefallenen türkischen Soldaten. İch wünsche allen Türken mein Beileid... #heimat #volk #türkei". Der Text wurde nach breiter Kritik einige Stunden später entschärft. Er lautet nun in etwa: "Mein Herz bei allen Soldaten, die ihr Leben verloren haben! Herzliches Mitleid Türkei". Kommentatoren vor allem in den sozialen Netzwerken warfen dem Stürmer eine einseitige Parteinahme im türkisch-kurdischen Konflikt vor. Das Journalistenblog "Ruhrbarone" berichtete zuerst über den Vorfall.

Der inzwischen abgemilderte Tweet in seiner Ursprungsform.
Der inzwischen abgemilderte Tweet in seiner Ursprungsform.Foto: (Screenshot) S. Weiermann/Ruhrbarone

Der Autor Sebastian Weiermann kommentiert dazu: "In einer Zeit, in der die Türkei in einen Bürgerkrieg zu rutschen droht, stellt sich Podolski also, ohne offensichtlichen Grund, auf die Seite der türkischen Armee. Einer Armee, die derzeit die Stadt Cizre belagert und dort Zivilisten tötet."

Tatsächlich herrschen in der Türkei derzeit bürgerkriegsähnliche Zustände. Die türkische Armee und die als Terrororganisation geltende Kurdischen Arbeiterpartei PKK liefern sich heftige Gefechte. Zuletzt sind bei Auseinandersetzungen zwischen der PKK und Sicherheitskräften in der belagerten Stadt Cizre mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen.

Dabei soll es sich laut dem türkischen Innenministerium überwiegend um militante Kurden gehandelt haben. Die prokurdische Oppositionspartei HDP sprach dagegen von 21 getöteten Zivilisten, darunter auch Kinder. In den vergangenen Wochen hatte die PKK mehrere Anschläge verübt, bei denen Soldaten ums Leben kamen.

Zuspruch und Kritik

Bei seinen Fans stößt Podolski mit seiner Parteinahme auf Widerspruch, aber auch auf Zustimmung. Auf Facebook kommentiert ein User: "Poldi hat wohl erkannt was in der Türkei abgeht und ist hiermit eindeutig auf der richtigen seite...gut so!" Ein anderer schreibt: "Schäm dich Poldi! Wer Kriegshetzer wie Erdogan feiert, hat in der Nationalmanschaft nichts zu suchen".

Der Weltmeister war in der Sommerpause vom FC Arsenal zum Istanbuler Klub Galatasaray gewechselt. Weit weniger als sein Salutier-Bild dürfte seine nächste Veröffentlichung provozieren. Da gratuliert er Franz Beckenbauer zum 70. Geburtstag und erhebt sein Glas auf ihn - ein Glas türkischen Tee.

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