• Samaranchs Anhörung vor dem Kongress nicht sicher - FBI untersucht Auszahlung von 1,2 Millionen Dollar

Sport : Samaranchs Anhörung vor dem Kongress nicht sicher - FBI untersucht Auszahlung von 1,2 Millionen Dollar

IOC-Präsident Juan Antonio Samaranchs Reise nach Washington zur Anhörung zum Korruptionsskandal um Salt Lake City vor einem Ausschuss des US-Kongresses ist offenbar noch nicht gesichert. Die Anhörung war für kommenden Mittwoch geplant. Wie der Generaldirektor des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Francois Carrard, mitteilte, liefen noch Gespräche mit dem amerikanischen Justizministerium zur Vereinbarung eines Termins für ein Verhör Samaranchs durch das FBI. Um das Ersuchen einer Immunität gehe es dabei nicht.

"Wenn das FBI mit mir sprechen will, dann bin ich bereit, doch nicht bei diesem Anlass." So hatte Samaranch noch Anfang der Woche seinen Standpunkt erklärt. Carrard gab die aktuelle Haltung des IOC-Präsidenten so wieder: "Er ist zuversichtlich", dass er bei seinem Besuch in der nächsten Woche "keine Probleme bekommt". Samaranch hatte die Einladung zunächst abgelehnt und dann doch dem politischen Druck aus den USA nachgegeben. Am Mittwoch möchte er dem Kongress auch jene Reformbeschlüsse präsentieren, die die Außerordentliche Vollversammlung des IOC am Wochenende in Lausanne verabschieden soll.

Das Bewerbungskomitee von Salt Lake City hatte vor seiner Wahl zum Ausrichter der Winterspiele 2006 an IOC-Mitglieder mehr als 1,2 Millionen Dollar in bar oder in geldwerten Vorteilen gezahlt. Das vom Justizministerium beauftragte FBI hat seine Untersuchungen, in denen es bisher sechs IOC-Mitglieder vernommen hat, noch nicht abgeschlossen. Jedes IOC-Mitglied muss bei der Einreise in die USA damit rechnen, vom FBI vernommen zu werden.

Aus diesem Grund wird das IOC seine nächste Sitzung, die für Mitte Februar in den USA geplant war, voraussichtlich in die Olympiastadt Sydney verlegen. Bei einer Sitzung der IOC-Führung in den USA müsste vor allem das südkoreanische Führungsmitglied Un Yong Kim mit einer entschiedenen Anhörung rechnen. Dessen Sohn John steht in den USA unter der Anklage, sich durch Vorteilsnahme aus Salt Lake City eine Aufenthaltsgenehmigung erschlichen zu haben. Kim war beim Strafgericht des IOC, das zehn seiner Mitglieder das Amt durch Ausschluss (sechs) oder Rücktritt gekostet hat, mit einer "strengsten Verwarnung" weg gekommen.

Das IOC begründet den voraussichtlichen Wechsel nach Sydney mit der Möglichkeit, noch besseren Einfluss auf die Vorbereitungen der Spiele nehmen zu können. Neue Turbulenzen hatten sich mit der Entlassung des Marketingdirektors des Organisationskomitees SOCOG, Paul Reading, und dem Rückzug des US-Sponsors Reebok ergeben. Nun drohten auch die Fernsehstation Channel Seven Network Limited und die Fluglinie Ansett Airlines das Ende ihres Engagements bei den Jahrtausendspielen an. Im SOCOG-Haushalt fehlen nach den erneuten Rückschlägen nun umgerechnet 130 Millionen Dollar. Ansett und Channel Seven warfen SOCOG "katastrophales Missmanagement" vor. SOCOG hatte entgegen vertraglicher Abmachungen auch mit Reebok-Konkurrenten verhandelt. "Das können wir uns nicht bieten lassen", erklärte Keith Forbes als Reebok-Generalmanager in Australien.

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