Sport : Samba am Alex

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Berlin. Markus Dieckmann zog sein Spielshirt aus und legte dann die Hand provozierend ans Ohr. Lauter, schien er sagen zu wollen. Dabei tobte die Zuschauermenge bereits so, dass man sein eigenes Wort nicht mehr verstehen konnte. Mit Ovationen feierten die 4000 Besucher den Deutschen gemeinsam mit seinem Partner Jonas Reckermann. Die beiden Beachvolleyballer wollten nach ihrem Sieg im kleinen Finale beim Weltserienturnier hinter dem Alexanderplatz nicht mehr vom Centre Court. Mit 2:1 (21:12, 18:21, 15:13) Sätzen hatten sich die Deutschen Meister im Spiel um Platz drei gegen die Weltranglistenzwölften John Child und Mark Heese (Kanada) durchgesetzt und damit das beste Ergebnis ihrer Karriere erreicht. „Das ist ein Erfolg, den wir jetzt erst einmal genießen sollten“, sagte der 23-jährige Reckermann später.

Dabei hätte es fast noch zu mehr gereicht. Im Halbfinale unterlagen die Kölner dem brasilianischen Duo Para/Harley nach einem dramatischen Spiel nur hauchdünn mit 1:2 (18:21, 21:14, 16:18). Bei eigenem Aufschlag hatten sie im dritten Satz sogar schon einen Matchball. „Hätten wir den Matchball gemacht, würden alle sagen: abgezockt. Jetzt sagen alle: unerfahren“, kommentierte Dieckmann.

Die Deutschen hatten nicht gegen Nobodys verloren, sondern gegen die späteren Turniersieger. Die als Nummer sieben gesetzten Brasilianer behielten im Finale gegen die Weltmeister des vergangenen Jahres, Mariano Baracetti/Martin Conde (Argentinien), mit 2:1 (25:23, 19:21, 15:10) die Oberhand. Vielleicht gaben dabei brasilianische Fans den Ausschlag, die die Turniersieger mit Gesängen und Sambatänzen anfeuerten.

Aber auch die deutschen Zuschauer mussten den internationalen Fanvergleich mit den Brasilianern nicht scheuen. „Das Publikum war super“, schwärmte der 26-jährige Dieckmann. Insgesamt 31 000 Zuschauer kamen an den fünf Turniertagen. Da wundert es nicht, dass sich Berlin um die WM 2005 bewirbt. Benjamin Quiram

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