Sami Khedira : Der unterschätzte Weltmeister

Sami Khedira wird nach seinem Vertragsende bei Real Madrid in diesem Sommer eine der größten Nummern auf dem internationalen Transfermarkt - und in Deutschland noch immer unterschätzt. Ein Kommentar.

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Erstmal durchatmen: Sami Khedira wird Real Madrid am Saisonende nach fünf Jahren verlassen.
Erstmal durchatmen: Sami Khedira wird Real Madrid am Saisonende nach fünf Jahren verlassen.Foto: dpa

Sami Khedira hat dem naheliegenden Reflex widerstanden, seinen Abschied von Real Madrid damit zu begründen, dass er den nächsten Schritt seiner Karriere machen wolle. Wer einmal bei Real war, macht keinen Schritt mehr – höchstens einen zurück. Und genau das ist jetzt Khediras Problem. Dass er Real verlassen will, wird man ihm als Scheitern auslegen. Dabei ist das ausgemachter Blödsinn. Wenn sein Vertrag am Ende der Saison ausläuft, wird Khedira fünf Jahre für Real gespielt haben. Nur einen einzigen Deutschen, Uli Stielike, haben sie in Madrid noch länger geduldet.

Man kann Khediras Beharrungsvermögen also gar nicht hoch genug einschätzen. Wie man überhaupt dazu neigt, ihn und seine Fähigkeiten ein wenig zu unterschätzen. Erst recht in Madrid. Kantige Typen wie er, denen die fußballerische Geschmeidigkeit ein wenig abgeht, werden von Reals Operettenpublikum traditionell nicht besonders goutiert: Khedira und sein Spiel funkeln nicht; aber mit seiner Art schafft er erst die Voraussetzungen, damit seine Mannschaft funkeln kann.

Sami Khedira wird nach seinem Vertragsende bei Real Madrid eine der größten Nummern auf dem internationalen Transfermarkt

Mit 27 Jahren, im besten Fußballeralter also, und noch dazu ablösefrei ist Khedira im Sommer eine der größten Nummern auf dem internationalen Transfermarkt. Man kann sich den Weltmeister in vielen großen Mannschaften und vielen großen Ligen vorstellen. Aus England – das nur als Beispiel – gilt der FC Arsenal als Interessent, dazu der FC Chelsea, bei dem Khediras Mentor José Mourinho als Trainer arbeitet. Dass sich auch Schalke 04 Hoffnungen auf seine Verpflichtung macht, zeigt vor allem eins: Sami Khedira wird auch hierzulande immer noch unterschätzt.

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