Sport : Sammer als Sportdirektor? Der DFB-Chef ist skeptisch

Robert Ide

Frankfurt am Main - Was passiert eigentlich, wenn die Fußball-Nationalmannschaft im eigenen Land im Viertelfinale der WM 2006 ausscheidet? Diese Frage möchte beim Deutschen Fußball- Bund (DFB) niemand gern beantworten. Aber eigentlich beschäftigen sich die Spitzenfunktionäre des Verbandes genau damit. Offiziell geht es darum, die Position eines Sportdirektors zu schaffen; der soll nach der WM für die Koordination der Nachwuchsarbeit zuständig sein. Inoffiziell aber, so wird sich in der Verbandszentrale in Frankfurt am Main erzählt, gehe es auch um einen Nachfolger für Bundestrainer Jürgen Klinsmann, falls dieser plötzlich zurücktreten sollte.

Ins Gespräch gebracht hat sich in dieser Woche Matthias Sammer, 37, der die Bundesligisten Borussia Dortmund und VfB Stuttgart trainiert hat. Doch die Idee stößt auf Skepsis. „Grundsätzlich würde ich einen Kandidaten bevorzugen, der eine längere Trainererfahrung hat als Matthias Sammer“, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger dem Tagesspiegel. „Sicherlich erfüllt Matthias Sammer viele Kriterien für die Position, aber das der Erfahrung eher nicht.“ Ausgeschlossen sei ein Engagement Sammers damit aber nicht. „Vielleicht kommen wir ja zu der Einschätzung, dass wir darüber hinwegsehen“, sagte Zwanziger. Er kündigte eine Entscheidung bis Jahresende an.

Sammer und der DFB haben bislang nicht über die Personalie gesprochen. „Wenn der DFB einen Sportdirektor sucht und die Inhalte vereinbar sind mit meiner Denkweise, ist das sicherlich interessant“, hatte Sammer der „Sport-Bild“ gesagt. Für eine Stellungnahme war er am Donnerstag nicht zu erreichen.

Zunächst sind im DFB interne Gespräche geplant. Vor allem Oliver Bierhoff, derzeit mit der Bitte zum Bleiben konfrontierter Manager der Nationalelf, muss mit dem neuen Sportdirektor auskommen. Innerhalb des Verbandes gibt es einen starken Willen, einen Ostdeutschen mit der Position zu betrauen. Damit soll, wie beim Krisengipfel vor zwei Wochen in Leipzig beschlossen, der Ost-Fußball gestärkt werden. „Es müsste einer sein, der bekannt und kompetent ist“, sagte Hans-Georg Moldenhauer, der Chef des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes. Im Gespräch sind Eduard Geyer, Hans Meyer – und Klaus Sammer. Mehr Trainererfahrung als sein Sohn hat der Vater auf alle Fälle.

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