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Sané, Leno & Co. spielen vor : DFB-Team: Jünger wird nimmer nominiert

Für die jungen Spieler wie Weigl, Kimmich, Brandt und Sané wird der Test gegen den EM-Teilnehmer Slowakei „ein Spiel, in dem sie beweisen müssen, dass sie in den EM-Kader gehören“, wie es Andreas Köpke sagte.

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Bald auch bei den Großen. 2003 war Bernd Leno Torwart der U-21-Fußball-Nationalmannschaft.
Bald auch bei den Großen. 2003 war Bernd Leno Torwart der U-21-Fußball-Nationalmannschaft.Foto: dpa/Weihrauch

Eine gute Dreiviertelstunde waren die Nationalspieler am Freitagvormittag mit den Rädern unterwegs in Ascona und Umgebung. Regenerationseinheit nennt sich das heute, anschließend ging es für eine Stunde ins weiße Fitnesszelt. Den Nachmittag bekamen die Spieler von Bundestrainer Joachim Löw frei.

Das sind die schönen Stunden eines Trainingslagers. Mal raus aus dem Trott, etwas anderes sehen als nur die immer gleichen Jungs und Männer in kurzen Hosen. Für den späten Nachmittag hatten sich noch die Freunde der schwereren Räder in der mondänen Stadt am See angesagt: ein Harley-Davidson-Treffen am Lago. Tja, für dieses Hobby braucht man das nötige Kleingeld, und jünger werden die Harley-Fahrer auch nicht mehr.

Ganz im Gegensatz zu der Mannschaft, mit der Löw das vorletzte EM-Testspiel am Sonntag in Augsburg gegen die Slowakei bestreiten wird (17.45 Uhr/ARD). Der Leverkusener Bernd Leno „wird für uns auflaufen“, sagte Torwarttrainer Andreas Köpke am Freitag auf dem Podium der Pressekonferenz. Es ist das Debüt für den 24-Jährigen. Geplant war es eigentlich schon im vergangenen Herbst in Hannover, doch das Länderspiel gegen Holland war vier Tage nach den Terroranschlägen rund um das Pariser-Länderspiel am 13. November abgesagt worden.

Für Löw ist das Ergebnis von Augsburg zweitrangig

Die deutsche Nummer eins, Manuel Neuer, wird ebenso im Trainingslager in Ascona zurückbleiben wie ein halbes Dutzend anderer Stammspieler, die auf Grund von Blessuren noch nicht voll belastbar sind. „Es macht keinen Sinn mit allen Spielern anzureisen, man verliert eineinhalb Tage“, sagte Köpke. Spieler wie der wadenverletzte Mats Hummels, Bastian Schweinsteiger oder Marco Reus, vielleicht auch die Vielspieler Thomas Müller und Mesut Özil werden im Hotel aktiv regenerieren und in drei Einheiten mit den Fitnesstrainern an ihrer Form basteln.

Für die jungen Spieler im Team aber, für Julian Weigl (0 Länderspiele), Joshua Kimmich (0), Julian Brandt (0) und Leroy Sané (1) wird der Test gegen den EM-Teilnehmer Slowakei „ein Spiel, in dem sie beweisen müssen, dass sie in den EM-Kader gehören“, wie es Köpke sagte. Bis kommenden Dienstag um Mitternacht muss Joachim Löw seinen endgültigen EM-Kader benennen und den vorläufige Kader um vier Spieler reduzieren.

Für den Bundestrainer ist das Ergebnis von Augsburg ebenso zweitrangig, wie es das auch schon im internen Testspiel gegen die eigene U-20-Auswahl am Donnerstagabend (7:0) war. Die Mannschaft von Trainer Frank Wormuth diente als eine Art Sparringspartner, indem sie in den 80 Spielminuten (4 mal 20) jeweils die Spielweisen der drei Vorrundengegner (Ukraine, Polen und Nordirland) imitierte. Löw ließ sein Team dabei in vier verschiedenen Formationen antreten.

„Es war ein guter Test, wenngleich er ein bisschen zu früh kam“, sagte Köpke anderntags. Mannschaftstaktisch kann erst in der zweiten Woche des Trainingslagers gearbeitet werden, wenn alle Spieler in etwa auf einem identischen körperlichen Level sind und voll belastbar auf dem Trainingsplatz stehen. Dann werden auch Lukas Podolski und Toni Kroos dabei sein. Podolski, der am Donnerstag das Siegtor im türkischen Pokalfinale für Galatasaray erzielte, wird in Augsburg zur Mannschaft stoßen, Kroos steht am Samstagabend noch mit Real Madrid im Finale der Champions League.

Das Gerüst seiner EM-Mannschaft stehe, hatte Löw unlängst erzählt. Nach dem Kader-Cut hat er noch ein paar Tage in Ascona, ein letztes Testspiel am 4. Juni gegen Ungarn in Gelsenkirchen sowie eine knappe Woche in Frankreich bis zum EM-Auftaktspiel am 12. Juni in Lille. „Das reicht mir“, sagte Löw und stieg aufs Rad.

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