Sport : Sanfte Revolution

Alba spürt bereits Henrik Rödls Handschrift

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Neben dem Gepäckband auf dem Flughafen Tempelhof rief Henrik Rödl die Basketballprofis von Alba Berlin zusammen. Leise, aber deutlich erklärte der 35Jährige den Ablaufplan für die kommenden Tage. Es dauerte nur eine halbe Minute, dann endete die Ansprache des neuen Trainers schon wieder. So sei seine Art, sagt Teammanager Henning Harnisch: „Er gibt klare, kurze Anweisungen, nach dem Motto, weniger ist mehr.“

Noch ist es zu früh, um von einem neuen Rödl-Stil bei Alba zu sprechen. Zu kurz trainiert der ehemalige Nationalspieler das Team von Alba Berlin, zu gering ist seine Trainererfahrung, die aus einer halben Saison beim Regionalligisten TuS Lichterfelde besteht. Trotzdem schimmerte beim 89:94 nach Verlängerung im sportlich unbedeutenden Uleb-Cup-Spiel bei Spirou Charleroi seine Handschrift durch. „Eine Revolution ist nicht zu erwarten“, sagt Vizepräsident Marco Baldi, „aber er hat eigene Ideen, die er einbringt.“ Besonders fruchteten die wechselnden Verteidigungen. Mit einer 3-2-Zonenverteidigung machte Alba einen Rückstand von 20 Punkten wett. „Beim TuS Lichterfelde habe ich das auch schon gespielt“, sagt Rödl. Auch ließ er aggressiver und frühzeitiger verteidigen, ein Stil, für den er auch als Spieler stand. Und er setzte Justin Brown, Guido Grünheid und Martynas Mazeika ein, die unter Emir Mutapcic nur selten spielen durften. Mazeika nutzte dies zu zwölf Punkten. Allerdings fehlten Stanojevic und Garris, weshalb Rödl sagt: „Es war klar, dass alle spielen werden.“

Dass sein verunsichertes Team zweimal einen hohen Rückstand aufholte, gibt ihm Hoffnung. „Wir müssen wieder Selbstbewusstsein bekommen, und das geht nur über gewonnene Spiele.“ Am Sonntag wartet auf Alba das schwere Auswärtsspiel gegen Oldenburg in Bremen. Dann wird Rödl erneut als Cheftrainer auf der Bank sitzen. „Wir wollen nicht ausschließen, dass Henrik Headcoach bleibt“, sagt Baldi, „das ist abhängig davon, ob wir einen Trainer finden, der uns für Alba geeignet erscheint.“ Ein schwieriges Unterfangen in der Saisonmitte. Da trifft es sich ganz gut, dass Rödl seine Eignung für diesen Job bereits im ersten Spiel nachgewiesen hat.

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