Sport : Sanierungsfall Babelsberg

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Marc Schulten hat promoviert. Das Thema seiner Doktorarbeit: Krisenmanagement. Die theoretischen Erkenntnisse von damals kann er nun am praktischen Beispiel erproben. Schulten ist Präsident beim SV Babelsberg 03. Und sein Klub leidet Not. Sportlich und finanziell. „Man kann richtig was aufbauen hier in Babelsberg“, sagt Schulten. Erst einmal aber muss er das Schlimmste verhindern: den Konkurs des Vereins.

Mit 1,7 Millionen Euro will Babelsberg in der nächsten Saison in die Regionalliga starten. Das ist ein bescheidener Haushalt, der dazu noch nicht mal annähernd gedeckt ist. 200 000 Euro erhält der Verein aus dem Topf der Deutschen Fußball-Liga (DFL), 100 000 Euro vom Fernsehen. Nicht genug. „Erst wenn die zu Saisonbeginn zugesagte eine Million Euro überwiesen ist, sind wir gerettet“, sagt Schulten.

Aber auch dann bliebe Sparen oberstes Gebot. Ein neuer Trainer wurde schon verpflichtet. Nenad Salov ist Jugoslawe, 47 Jahre alt, und hat als Profi unter anderem bei Hajduk Split über Jahre hinweg eine gute Rolle gespielt. Als Trainer hat er mit einem Klub s SV Callbach dreimal den Aufstieg geschafft. Das ehrt ihn, erregte aber überregional ebenso wenig Aufmerksamkeit wie seine folgende Tätigkeit bei Viktoria Aschaffenburg. Damit ist er preiswert zu haben, passt also zum SV Babelsberg. „Irgendwann muss ich anfangen, in einer höheren Klasse zu arbeiten. Es ist für mich eine Chance zu beweisen, was ich kann“, sagt Salov.

Ein Ausverkauf droht nach dem Abstieg nicht. Elf Spieler aus dem Zweitliga-Kader stehen weiter unter Vertrag, „einige Spieler mit auslaufenden Verträgen haben auch signalisiert, dass sie bleiben wollen“, sagt Manager Oskar Kosche. Reichtümer sind im Liebknecht-Stadion indes nicht zu holen. Verträge werden dem Regionalliga-Niveau angepasst, die Spieler müssen mit reduzierten Gehältern rechnen. Neue Spieler, Verstärkungen gar? Schulten sagt: „Wir können keine teuren Leute holen.“ Karsten Doneck

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