Santi Kolk : Der Lieblingsfeind aus der Heimat

Gegen Hertha-Torhüter Maikel Aerts trifft Unions Mittelfeldspieler Santi Kolk immer. Beide kennen sich bereits aus der niederländischen ersten Liga.

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Santi Kolk nach seinem Treffer zum 1:1 gegen Hertha BSC.
Santi Kolk nach seinem Treffer zum 1:1 gegen Hertha BSC.Foto: dpa

Berlin - So richtig angekommen war Santi Kolk in Berlin noch nicht. Klar, er hat mittlerweile eine Wohnung hier, fußballerisch ist es dem Niederländer allerdings in den ersten drei Saisonspielen nicht sehr gut ergangen, gelinde gesprochen. Bei seinem neuen Verein 1. FC Union fand er die Bindung zu seinen Mitspielern und dem Unioner Spiel eher selten. Es musste schon ein besonderer Anreiz her, damit sich der Mittelfeldspieler so richtig einleben kann in seiner neuen Heimat. Ein Anreiz in Form des Gegners. „Viermal habe ich schon gegen ihn gespielt, vier Mal habe ich getroffen“, erzählte Santi Kolk nach dem Spiel. „Der Maikel muss sich jetzt schon ein bisschen blöd vorkommen.“

Der Maikel ist Maikel Aerts, der Torhüter von Hertha BSC. Den kennt Kolk schon aus seiner Zeit in der niederländischen ersten Liga – ziemlich gut sogar, wenn man sich seine Quote gegen ihn anschaut. Er ist so etwas wie sein Lieblingsgegner. Kolks vorerst letzter Streich im Duell Niederlande gegen Niederlande stammt vom Stadtderby der Zweiten Liga. Und resultierte auch aus ziemlich viel Frust. 75 Minuten lang musste Kolk von der Unioner Bank aus die Paraden seines Landsmannes im Tor von Hertha BSC beobachten, ehe er loslegen durfte. Trainer Uwe Neuhaus hatte seiner zuletzt ineffektiven Kreativkraft also reichlich Bedenkzeit gegeben.

Das war nicht so verkehrt, wenn es nach dem Betroffenen selbst geht. „Wenn die Mannschaft das so braucht, ist es okay, wenn ich nicht spiele“, sagte der Mann mit dem dunklen Lockenkopf. Dass die Unioner Mannschaft Kolk nicht braucht, lässt sich aber nicht unbedingt behaupten. Denn kaum war der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler gegen Hertha auf dem Platz, da jubelten die Köpenicker nach zuvor zahlreich vergebenen Chancen auch schon. In der 82. Minute schaute Unions Holländer einmal hoch, sah Herthas Holländer – und konnte schon allein aus statistischen Gründen nichts anderes tun als den Ball ins Tor und Unions Anhänger ins Glück zu katapultieren. Maikel Aerts hatte bei dem Schuss kaum eine Chance und purzelte wie ein Käfer auf den Rücken.

Ob Herthas Torhüter wusste, wer ihn da gerade überwunden hatte? Zunächst nicht. Macht aber nichts, denn „mir ist es sowieso egal, wer gegen mich die Tore schießt“, sagte ein sichtlich mitgenommener Maikel Aerts nach der Begegnung. „Eigentlich interessiert mich das nicht.“ Eigentlich.

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