Sport : Sauber bleiben

Friedhard Teuffel

Im Radsport gibt es einen neuen Wettbewerb. Zu gewinnen gibt es dabei nichts. Aber dafür jede Menge zu verlieren. Denn wer nicht richtig aufpasst, fliegt raus. Es ist eine Art Putzwettbewerb, schließlich geht es darum, sich sauber zu halten von allen möglichen Dopingverdächtigungen. Erfolgreich ist dabei der, der sich am schnellsten von zweifelhaften Mitarbeitern trennt.

In der Zwischenwertung dieser Putzkolonnen hat sich das T-Mobile-Team an die Spitze des Feldes gesetzt. Die neue Strategie des Teams sieht so aus: Wer verdächtigt wird, darf erst einmal nicht mehr dabei sein. Und wer sich danach selbst nicht entlasten kann, muss ganz gehen. Den ersten Schritt hat das T-Mobile-Team jetzt wieder vollzogen, bei den Mannschaftsärzten Schmid und Heinrich. Sollten ihnen nicht bald gute Gründe einfallen, warum sie in Verdacht geraten sind, wird sich das Radsportteam sicher ganz von ihnen trennen.

Bislang haben die beiden Ärzte noch keine schlüssige Verteidigung gegen die Anschuldigungen präsentieren können. Es sieht daher so aus, als würde es ihnen genauso gehen wie einem anderen ehemaligen Mitarbeiter von T-Mobile: Jan Ullrich. Der hatte auch nicht verstanden, dass es an ihm war, seine Unschuld zu beweisen. Stattdessen wartete er darauf, dass ihm Beweise vorgehalten wurden. In dieser Wartezeit hat er einen Großteil seiner Glaubwürdigkeit verspielt.

Auch im neuen Zusatzwettbewerb des Radsports ist Tempo entscheidend. Bis vor kurzem galt noch als gedopt, wer zu schnell fuhr. Jetzt ist es auch, wer zu langsam reagiert.

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