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SC Freiburg - Borussia Mönchengladbach 4:2 : Freiburg jubelt, Gladbach trauert

Ein starkes Comeback hat dem SC Freiburg einen wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt beschert. Die Gladbacher dagegen gaben einen sicheren Sieg ohne Not aus den Händen.

Gladbachs Torwart Ter Stegen sprachlos, die Freiburger jubeln: Ohne Not gab die Borussia das Spiel aus der Hand.
Gladbachs Torwart Ter Stegen sprachlos, die Freiburger jubeln: Ohne Not gab die Borussia das Spiel aus der Hand.Foto: dpa

Nach dem irren Kick gegen Borussia Mönchengladbach genossen die Spieler des SC Freiburg die Gesänge ihrer Fans fast schon andächtig. Dank einer fulminanten zweiten Hälfte gegen den Champions-League-Aspiranten holte die Mannschaft von Christian Streich am Samstag beim 4:2 (0:1) ihren fünften Sieg aus den vergangenen sieben Partien und darf sich mit nun 35 Punkten auf eine weitere Saison in der Fußball-Bundesliga einrichten.

"Es ist unglaublich, was die Mannschaft in dieser Saison geleistet hat", sagte Streich nach der beeindruckenden Aufholjagd gegen anfangs drückend überlegene Gladbacher, die im Kampf um die Königsklasse einen bitteren Rückschlag hinnehmen mussten. "Es ist schwer für uns, diese Niederlage zu verdauen", resümierte Trainer Lucien Favre. Patrick Herrmann (9. Minute) brachte die anfangs taktisch überlegen auftretenden Gäste mit seinem fünften Saisontreffer in Führung. Das Vergeben zahlreicher Chancen rächte sich später allerdings bitter. Admir Mehmedi (51.) sorgte vor 24 000 Zuschauern mit seinem zehnten Tor für den überraschenden Ausgleich, ehe Oliver Sorg (71.) mit einem furiosen Fernschuss und Vladimir Darida (72.) das Spiel vollends drehten. Die Schlusspunkte setzten wieder Mehmedi (87.) und auf der Gegenseite Havard Nordtveit (89.).

"Riesenschritt zum Klassenerhalt"

Freiburg durfte sich zudem bei Schlussmann Oliver Baumann (65.) bedanken, der einen Foulelfmeter von Filip Daems entschärfte. Vier Minuten später musste Gladbachs Granit Xhaka wegen wiederholten Fouls mit Gelb-Rot vorzeitig zum Duschen. "Wir haben einen Riesenschritt zum Klassenerhalt gemacht", sagte Mehmedi.

So hatte sich Favre den Start im Breisgau mehr als zwölf Jahre nach dem einzigen Borussia-Dreier vor Ort vorgestellt. Nach nur neun Minuten überwand Xhaka mit einem weiten Ball aus der eigenen Hälfte die Freiburger Deckung. Edeltechniker Juan Arango leitete die Vorlage von der linken Gladbacher Seite mustergültig auf Herrmann weiter, der im Duell mit dem indisponierten Christian Günter keine Probleme hatte und locker zur Führung einnetzte.

Für die Freiburger wirkte das Gegentor wie ein kleiner Weckruf. Sie zeigten sich im Vorwärtsgang zwar vorübergehend entschlossener, die Borussia ließ den Ball aber wesentlich besser laufen. Auf den letzten Metern fehlte dem SC durchgehend die nötige Präzision. Gleich zweimal verpasste Raffael aus bester Position das 2:0. Nach einem Doppelpass zwischen dem früheren Freiburger Max Kruse und Kapitän Daems verfehlte der Brasilianer (26.) von der Strafraumgrenze das Tor.

Gladbach defensiv zu unaufmerksam

Den Klassenverbleib zum Greifen nahe agierten die Breisgauer viel zu verhalten. Den taktisch hervorragenden Gästen genügten gezielte Kombinationen und schon herrschte Gefahr vor Schlussmann Baumann. Xhaka (41.) verzog vor der Pause schließlich nur knapp. Nur sehr wenig deutete auf ein Freiburger Comeback hin. "Das war nicht bundesligatauglich", urteilte Matthias Ginter scharf.

Im Einbahnstraßen-Fußball ging es nach dem Wechsel erstmal weiter. Erst ließ Raffael (48.) eine weitere Gelegenheit ungenutzt, dann hätte Immanuel Höhn (49.) mit einem Rückpass aus rund 30 Metern seinen Torwart Baumann fast bloßgestellt. Eine Unaufmerksamkeit in der Borussia-Defensive genügte jedoch zum überraschenden Ausgleich. Eine scharfe Hereingabe von Jonathan Schmid verwandelte Mehmedi.

Für frenetischen Jubel unter den SC-Fans sorgte schließlich Baumann. Den Strafstoß von Daems nach einem ungeschickten Foul von Sorg hielt der 23-Jährige. Nach Gelb-Rot gegen Xhaka spielten die Breisgauer dann die
letzten 20 Minuten in Überzahl - und legten so richtig los. Sorg, Darida und erneut Mehmedi machten den SC-Dreier perfekt. (dpa)

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