Sport : SCC geht siegessicher in die Play-offs

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Berlin - Einen Moment lang blickte Mark Lebedew einigermaßen besorgt. Es wird doch nichts Ernstes passiert sein? Viktor Korzenevics war im Training umgeknickt, so etwas kann böse enden. Aber Lebedew, Trainer des Volleyball-Bundesligisten SC Charlottenburg, gibt Entwarnung. Er muss seinen Mittelblocker nicht auf die Verletztenliste setzen. „Ich denke, dass er gegen Bottrop spielen kann.“ Der RWE Volleys Bottrop ist der Viertelfinal-Gegner des SCC in den Play-offs, heute findet das erste Spiel in der „Best of three“-Serie statt (19 Uhr, Sömmeringhalle). Bottrop ist die erste Hürde auf dem Weg zum großen Ziel, wie es Manager Kaweh Niroomand vor der Saison formuliert hat: „Wir wollen Deutscher Meister werden.“

So gesehen ist das Ausschalten von Bottrop bloß eine Pflichtaufgabe. Lebedew würde es so natürlich nie sagen, eine bessere Motivationshilfe für die Gäste könnte er ja gar nicht liefern. In den bisherigen Saisonspielen hat der SCC Bottrop zweimal je 3:0 besiegt, schon das spricht für die Favoritenrolle des SCC. Doch dessen sportliche Orientierungspunkte lauten VfB Friedrichshafen und Generali Haching, neben dem SCC die dominierenden Mannschaften der Bundesliga.

Im Halbfinale würde der SCC auf Haching treffen. Gegen die Bayern haben die Berliner in der Max-Schmeling-Halle eine bittere 1:3-Niederlage erlitten, für diese Schlappe haben sie sich mit einem furiosen 3:1-Sieg gegen Friedrichshafen glanzvoll rehabilitiert. Die Frage, ob die Berliner nun auf Augenhöhe mit den Schwaben sind, das ist für Lebedew ein nebensächliches Gedankenspiel. „Wichtig für mich ist, dass wir alle besiegen können, wenn wir unsere beste Leistung bringen.“

Dieser spektakuläre Auftritt gegen Friedrichshafen, der gab dem ganzen Team einen Schub, Lebedew stellt es im Training fest. „Wir haben noch eine Spur mehr Selbstbewusstsein bekommen.“ Er sieht das in Kleinigkeiten: „Die Spieler haben Vertrauen in unsere Spielsysteme, im Block, in der Abwehr.“ Für ihn hat das den netten Nebeneffekt, dass er seine Leute gut beobachten kann. „Ich muss nicht mehr so viel eingreifen wir früher“, sagt Lebedew. Frank Bachner

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