Sport : SCC im zweiten Finale frei von Selbstzweifeln

Karsten Doneck

Allzu viel Kraft vergeudete der VfB Friedrichshafen nicht. Die Spieler schauten bei mehr als einem Viertel ihrer gewinnbringenden Punkte nur erwartungsfroh und relativ tatenlos zu. Wenn nämlich der Gegner wieder mal an der Reihe war mit den Aufschlägen, dann landeten die Bälle nur selten dort, wo sie hin sollten, also im Feld vis-à-vis, sondern weitaus häufiger neben den Linien oder schon vorher im Netz. "19 oder 20 Punkte haben wir auf diese Weise für Friedrichshafen gemacht", rügte Kaweh Niroomand, der Manager des SC Charlottenburg, und bilanzierte: "Unsere Aufschläge waren miserabel." Wer - wie der SCC am Mittwochabend in der Bodenseehalle - einem ohnehin starken Gegner derart hilfreich unter die Arme greift, darf sich nicht wundern, wenn am Ende des ersten Finalspiels um die Deutsche Volleyball-Meisterschaft der Männer ein glatte 0:3-Niederlage zu Buche schlägt.

Die Niedergeschlagenheit bei den Charlottenburgern hielt aber nicht lange an. Schließlich wird die Meisterschaft in einer Serie Best of Five entschieden. Genug Gelegenheit, eine Panne zu reparieren. Zumal der SCC gegen den VfB nun zweimal Heimrecht hat, zunächst morgen (15 Uhr) und dann tags darauf erneut (14.30 Uhr, jeweils Sömmeringhalle). "Wenn wir am Sonnabend gewinnen, ist alles wieder offen", meint Niroomand. Und wenn nicht? Mit diesem Gedanken beschäftigt sich die Mannschaft überhaupt nicht. Obwohl ein 0:3 zum Auftakt eines solchen Play-offs durchaus demoralisierende Wirkung haben kann. Wer in einem solchen Finale nicht einen einzigen Satz gewinnt, den müssen doch Selbstzweifel befallen. Oder? Niroomand: "Unsere Spieler müssen jetzt schnell wieder das Gefühl kriegen, dass die Friedrichshafener zu packen sind." In der Bundesliga-Normalrunde setzte sich der SCC in eigener Halle übrigens nach einem begeisternden Schlagabtausch mit 3:2 gegen den VfB durch.

Für SCC-Trainer Brian Watson hatte das erste Finalspiel noch ein Nachspiel. Ein qualvolles für seine Spieler allerdings. Ihnen wurden auf Video noch einmal die Fehler vorgeführt. "Diese Dinge", so Watsons Fazit, "dürfen uns nicht wieder passieren." Und selbst die vielen verpatzten Aufschläge sollen im zweiten Finalspiel für den SCC kein Hemmschuh sein. "Uns bleibt doch gar nichts anderes übrig: Wir müssen wiederum risikoreich aufschlagen", fordert Niroomand. Sein Zusatz: "Aber diesmal möglichst fehlerfreier."

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