Sport : SCC lässt sich nur am Anfang täuschen

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Berlin - Der Ball flog zu Scott Touzinski. Der US-Amerikaner spielte nicht sofort weiter, er verzögerte einen Moment, dann pritschte er den Ball so knapp und zielgenau übers Netz, dass kein Gegenspieler mehr rankam. Es war der Punkt zum 17:8 im zweiten Satz, und es war eine von mehreren guten Aktionen des Amerikaners an diesem Abend. 3:0 (25:21, 25:13, 25:16) besiegte der Bundesligist SC Charlottenburg in der Sömmeringhalle das rumänische Spitzenteam Tomis Constanta im europäischen CEV-Cup. Und Olympiasieger Touzinski hatte einigen Anteil an diesem Erfolg.

SCC-Trainer Mark Lebedew stand nach dem Spiel neben dem Netz, so gelassen, wie er während des ganzen Spiels gewirkt hatte, und sagte: „Scott ist sehr wichtig für uns. Er strahlt eine große Ruhe aus.“ Der Außenangreifer Touzinski hatte Constanta mit seinen Aufschlägen oft unter Druck gesetzt, er hatte eine gute Annahme, er zeigt immer stärker, dass er ein wertvoller Neuzugang ist. „Es war wichtig, dass wir hier 3:0 gewinnen“, sagte er. „Das waren wir auch den Fans schuldig.“

Die Fans hatten allerdings vor allem zu Beginn einen stärkeren SCC erwartet. Aber der spielte im Block, in der Annahme und im Angriff nicht überzeugend. Deshalb war Lebedew auch nur „mehr oder weniger“ zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. „Wir haben etwas langsam angefangen“, sagte er. Und die Annahme war nicht so präzise, wie er das gerne gehabt hätte.

Der SCC lieferte eine solide Leistung ab, mehr nicht. Constanta war kein besonders starker Gegner, das Team hatte besonders dann Probleme, wenn es durch harte Aufgaben unter Druck gesetzt wurde. Doch das gelang dem SCC nur phasenweise. Außerdem bildete der Angriff einen Schwachpunkt. „Wir sind zu oft geblockt worden“, konstatierte Lebedew. Dafür aber war die Feldabwehr sehr gut. Beim Rückspiel in Rumänien am 24. November dürfte es für den SCC schwerer werden, das Spiel zu gewinnen.

Allerdings werden die Berliner dann zumindest nicht so überrascht werden wie am Mittwoch. Denn Touzinski hatte eine ganz eigene Erklärung für die Probleme zu Spielbeginn: „Wir haben Constanta auf Videos gesehen. Aber als die Mannschaft begonnen hat, standen ganz andere Spieler auf dem Feld.“ Frank Bachner

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