Sport : SCC sucht die kollektive Lösung

Karsten Doneck

Berlin - Manchmal macht schon ein Mann den Unterschied aus. Wenn Volleyball-Bundesligist Evivo Düren im Spiel mal nicht weiter weiß, bietet sich eine simple Lösung an: einfach Heriberto Quero anspielen. Der Hauptangreifer aus Venezuela ist nur 190 Zentimeter groß, aber sprunggewaltig und schlagsicher, also ein Mann für die wichtigen Punkte. Die Konkurrenz beneidet die Dürener um Quero – auch der SC Charlottenburg, der heute zum ersten von maximal drei Play-off-Halbfinalspielen beim Vizemeister antritt.

„Wir haben keinen Brecher auf dem Feld, so eine richtige Punktemaschine fehlt uns. Wir müssen das kollektiv lösen“, sagt SCC-Manager Kaweh Niroomand. Falko Steinke sollte in diese Rolle allmählich hineinwachsen, aber Mitte Februar bremste ihn ein schwerer Trainingsunfall für Monate. Innenband und Kreuzband waren bei dem 22-Jährigen gerissen. Wenn alles gut verläuft, wird Steinke erst Mitte der nächsten Saison wieder angreifen.

„Auf dieser Position besteht Handlungsbedarf. Da müssen wir etwas tun“, sagt Niroomand vorausblickend auf bevorstehende Transferaktivitäten. Ein wenig finanzieller Spielraum scheint vorhanden. Der Vertrag mit dem Hauptsponsor Berlin Recycling ist inzwischen für ein Jahr bis 2008 verlängert worden und der Etat wird in bescheidenem Umfang aufgestockt: von bisher 750 000 auf künftig 800 000 Euro.

Im Halbfinale gegen Evivo Düren will der SCC dank seiner mannschaftlichen Geschlossenheit bestehen. „Es muss da schon alles passen“, sagt Trainer Michael Warm. Selbstbewusst gehen die Dürener an die Aufgabe heran. Heriberto Quero sagt: „Wir dürfen gar nicht erst versuchen, nur auf das Spiel des Gegners zu reagieren. Wir müssen unsere eigenen Stärken durchsetzen.“ Und notfalls macht dann Quero eben selbst den Unterschied aus.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben