Sport : SCC-Volleyballer verlieren 0:3: Bei den Satzbällen Nerven gezeigt

Karsten Doneck

Auf dem Rückflug nach Berlin reflektierte so mancher Volleyballer des SC Charlottenburg noch einmal den Spielverlauf. Und in den gerade für die langen Kerls so engen Sitzreihen des Flugszeugs wird sich bei einigen Akteuren die Erkenntnis durchgesetzt haben, dass im zweiten Gruppenspiel der Champions League bei Ford B Gesu Rom durchaus mehr drin gewesen wäre. Der SCC hatte gegen Italiens Meister, der zur Zeit als Tabellenzehnter der einheimischen Profiliga ein bisschen kriselt, mit 0:3 erwartungsmäß die zweite Niederlage in dem neu geschaffenen Wettbewerb kassiert. Doch schon die Ergebnisse der ersten beiden Sätze machten stutzig. 26:28, 27:29 - da hatten die Römer eine Menge Widerstand zu brechen, ehe sie im Schlussabschnitt den dann resignierenden Kontrahenten mit 25:19 in die Schranken wiesen.

"Unsere Mannschaft hat sich sehr tapfer geschlagen", urteilte Kaweh Niroomand. Der SCC-Manager war milde belächelt worden, als er vor der Partie in Rom auf den Gewinn von ein oder zwei Sätzen spekuliert hatte. Zu übermächtig erschien der Kontrahent. Aber: Die Charlottenburger hatten es in den Händen, die kühne Prognose Wahrheit werden zu lassen. In ersten Satz vergab die Mannschaft von Trainer Brian Watson drei Satzbälle, im zweiten Abschnitt dann sogar deren fünf. "Da fehlte uns ein bisschen die Nervenstärke", sagte Niroomand. Und vielleicht auch ein Marco Liefke. Den Nationalspieler musste der SCC wegen einer schweren Erkältung in Berlin zurück lassen. Zudem fiel auch noch kurzfristig Oliver Heitmann wegen einer Schulterverletzung aus.

"In der Abwehr wurde bei uns hervorragend gearbeitet", lobte Niroomand. Watson hatte Vincent Lange als Libero aufgeboten, Ulf Quell und Sven Glinker sorgten zudem für Stabilität in der Annahme. Dennoch: Der SCC ist Letzter in der Gruppe A der Champions Laegue. Ohne Punktgewinn, wie auch Iraklis Thessaloniki. Die Griechen unterlagen bei Arcelik Istanbul mit 2:3 (33:35, 25:20, 23:25, 25:23, 13:15). Am nächsten Mittwoch trifft der SCC in der Sömmeringhalle auf Thessaloniki. "Für dieses Spiel müssen wir alle Kräfte bündeln", sagt Niroomand. Ein Spiel von nationaler Volleyball-Bedeutung: Würde der SCC Gruppenletzter, verlöre der Deutsche Volleyball-Verband einen seiner beiden Startplätze für die Champions League.

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