sc charlottenburg : Eine gewaltige, aber lösbare Aufgabe

SCC-Volleyballer spielen um den Einzug ins Finale. Nach je einem Sieg und einer Niederlage kommt es heute zum entscheidenden Spiel in Friedrichshafen.

Karsten Doneck
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Foto: promo

Berlin - Die Sauna liegt idyllisch, direkt an einem See, „in so einer Blockhütte“, wie Trainer Michael Warm erzählt. Eine Umgebung, wie geschaffen, um sich auf Wesentliches zu konzentrieren. Anfang April, kurz vor Beginn der Play-offs, hatten die Volleyballer des SC Charlottenburg unter großen finanziellen Anstrengungen noch schnell ein Kurz-Trainingslager in der Sportschule Kienbaum organisiert – samt Saunaabend. Eine lohnende Investition offenbar. Nicht nur, dass der SCC danach im Viertelfinale seinen Angstgegner Evivo Düren in nur zwei Spielen aus dem Weg räumte. Zuletzt im Halbfinale zeigten die Charlottenburger auch dem Deutschen Meister und Pokalsieger VfB Friedrichshafen mit 3:0 die Grenzen auf. Da das erste Spiel in der Play-off-Serie Best of three knapp 2:3 verloren gegangen war, kommt es heute (20.15 Uhr) in Friedrichshafen zum dritten und entscheidenden Spiel, wer der Finalgegner von Generali Haching wird.

„Unsere Aufgabe ist gewaltig, aber nicht unlösbar“, verbreitet Michael Warm Zuversicht. In Play-offs hat Friedrichshafen daheim letztmals vor fünf Jahren verloren, und zwar in der Finalserie gleich zweimal nacheinander gegen den SCC. Die Charlottenburger wurden damals, 2004, Deutscher Meister. Seitdem passierte dem VfB in der Bundesliga nur noch eine Heimniederlage: am 10. Februar 2007, Gegner war wieder der SCC.

„Für Friedrichshafen spricht, dass die ein, zwei Spieler haben, die mit ihrer Routine beim Stand von 18:18 auch mal eine Aufschlagsserie einleiten“, sagt Kaweh Niroomand. Der SCC-Manager meint Georg Grozer und den Koreaner Sung-Min Moon, zwei angriffsstarke Spieler, die der SCC aber beim 3:0- Sieg zuletzt in der Schmeling-Halle neutralisierte.

„Wir müssen uns in allen Bereichen nochmals steigern“, fordert Michael Warm von seinen Spielern. Dass Diagonalangreifer Aleksandar Spirovski nach seiner schweren Knieverletzung ausfällt, trifft den SCC hart. Aber Niroomand sagt: „Wir haben eine gute Bank. Nur Sebastian Fuchs darf sich auf keinen Fall auch noch verletzen.“ Fuchs hat Spirovskis Part auf dem Feld übernommen und löst seine Aufgabe bisher erstaunlich abgeklärt. An Selbstbewusstsein mangelt es dem 22-Jährigen, der sich schon mal als U23-Europameister im Beachvolleyball feiern lassen durfte, ohnehin nicht. „Bei unserer 2:3-Niederlage in Friedrichshafen im ersten Halbfinale hätten wir doch bloß ein bisschen konsequenter sein müssen“, trauert Fuchs einer entgangenen Siegeschance hinterher. 2:1 nach Sätzen hatte der SCC in Friedrichshafen bereits geführt.

Aber der Klub sehnt sich zurück in die Schmeling-Halle. „Wenn wir alle Spiele dort vor dieser Kulisse austragen könnten, würden wir immer gewinnen“, behauptet Warm. Nun, vielleicht kehrt der SCC ja in Kürze doch noch mal an seine Lieblingsspielstätte zurück: im Endspiel gegen Haching. Karsten Doneck

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