Play-off-Halbfinale : SCC gleicht gegen Friedrichshafen aus

Die Volleyballer des SCC haben im Play-off-Halbfinale gegen Friedrichshafen das zweite Spiel überraschend deutlich 3:0 gewonnen und zum 1:1 ausgeglichen. Die Entscheidung über den Finaleinzug fällt am Dienstag am Bodensee.

Karsten Doneck

Berlin - Die Gesichtszüge von Trainer Stelian Moculescu entgleisten schnell ins Säuerliche. Schon bei der ersten technischen Auszeit lag seine Mannschaft, der VfB Friedrichshafen, 2:8 zurück. Im Play-off-Halbfinale um die deutsche Volleyball-Meisterschaft dominierte der SC Charlottenburg vor 4550 begeisterten Zuschauern in der Schmeling-Halle gegen das Starensemble vom Bodensee. Am Ende behauptete sich der SCC überraschend deutlich mit 3:0 (25:17, 25:21, 25:21) und glich damit nach dem unglücklichen 2:3 im ersten Spiel in der Serie Best of three zum 1:1 aus. „Das ist unsere Halle, hier schlägt uns keiner“, jubelte Diagonalangreifer Sebastian Fuchs. Am Dienstag ist der SCC auch in fremder Halle gefordert: In Friedrichshafen entscheidet sich dann, wer der Gegner des bereits für das Endspiel qualifizierten Teams von Generali Haching wird.

Es war ein Spiel voller Leidenschaft: auf dem Feld und auf den Rängen. Kein Psychotrick wurde ausgelassen. So zettelte etwa Friedrichshafens brasilianischer Angreifer mit dem klangvollen Namen Idner Faustino Lima Martins Ende des ersten Satzes eine Diskussion über die Lichtverhältnisse an. Immer wieder signalisierte er, die Deckenscheinwerfer würden ihn blenden. Aus dem Rhythmus ließ sich der SCC dadurch nicht bringen. Die Mannschaft kombinierte, powerte, untereinander feuerten sich die Spieler an, halfen sich so auch über kleinere Schwächeperioden hinweg. „Wir haben mit viel Herz gespielt“, lobte SCC-Manager Kaweh Niroomand.

Selbst einen 9:13-Rückstand im zweiten Satz arbeiteten die Berliner Stück für Stück auf, um später durch ein Ass von Zuspieler Jaroslav Skach mit 16:15 selbst wieder die Führung zu übernehmen. Allzu viel Hoffnungen auf das Finale sollte sich der SCC aber dennoch nicht machen. Auf der Videowand in der Schmeling-Halle wurde vor Spielbeginn eine Statistik eingeblendet. Demnach gab es in Friedrichshafen schon 33 Mal das Duell gegen den SCC. Die Berliner siegten dort aber nur sechs Mal. Doch zumindest Manager Kaweh Niroomand war gestern schon glücklich. Er sagte: „Alles was jetzt noch kommt, ist das Sahnehäubchen.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar