SC Charlottenburg : Der Zorn des Managers

Manager Kaweh Niroomand droht den SCC-Volleyballern mit Rückzug. Das klingt nach mehr als einer vorübergehenden Enttäuschung.

Karsten Doneck

Berlin - Die Verärgerung sitzt tief. Da hält Kaweh Niroomand seit Jahrzehnten den Volleyball-Betrieb beim SC Charlottenburg auf hohem Niveau am Laufen, nicht nur dank seiner Fachkompetenz, sondern auch durch privaten Geldeinsatz. Doch die bittere 1:3-Niederlage des SCC am Dienstagabend bei Evivo Düren, gleichbedeutend mit dem Verlust der Bundesliga-Tabellenführung, brachte Niroomand dann doch ins Grübeln. Ganz unverhohlen droht der Manager damit, sich nach Saisonschluss aus dem Geschäft zurückzuziehen. „Langsam habe ich die Faxen dicke“, sagt er. „Wenn wir aus dieser Saison mit leeren Händen rausgehen, kann ich nicht mehr dafür garantieren, dass bei uns weiter Volleyball auf diesem Niveau gespielt wird.“

Das klingt nach mehr als einer vorübergehenden Enttäuschung. Schon mehrfach hatte sich Niroomand in dieser Saison darüber mokiert, dass er zusammen mit Geschäftsführer Günter Trotz absolut professionelle Bedingungen beim SCC geschaffen habe, die Mannschaft das aber nicht mit Leistung zurückzahle.

Solcherlei Kritik schien null und nichtig, als der SCC in der Schmeling-Halle vor der Rekordkulisse von 7700 Zuschauern den Dauermeister VfB Friedrichshafen mit 3:1 schlug und kurze Zeit später mit vier Punkten Vorsprung als Tabellenführer eine prächtige Basis für den Einzug in die Play-offs geschaffen hatte. Doch mit den Niederlagen gegen Generali Haching und Düren ist der Vorteil aufgebraucht, der SCC nur noch Tabellendritter. „Und wenn nicht ein mittleres Wunder passiert, ändert sich daran auch nichts mehr“, sagt Niroomand.

Gründe für das Schwächeln? „Zu große Leistungsschwankungen“, sieht Niroomand, in Düren habe die Mannschaft von Mitte des zweiten Satzes an „auf unterem Bundesliganiveau“ agiert. Es wird schwer für den SCC, die Saison noch versöhnlich abzuschließen. „Das geht fast nur noch, wenn wir Meister werden“, sagt Niroomand. 

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