SCC : Rückkehr eines Ruhepols

Der Slowene Andrei  Urnaut wird beim Volleyball-Bundesligisten SCC neuer Trainer. Zuvor hatten mehrere Kandidaten den Charlottenburgern abgesagt.

Frank Bachner

Andrei Urnaut wird nach Tagesspiegel-Informationen höchstwahrscheinlich neuer Trainer des Volleyball-Bundesligisten SC Charlottenburg. Es fehlt, als rein formeller Akt, nur noch die Unterschrift. Der 44-jährige Slowene hatte zuletzt den belgischen Verein Averbode trainiert. Er soll morgen offiziell vorgestellt werden. Urnaut wird damit Nachfolger von Michael Warm, von dem sich der SC Charlottenburg nach Ende der vergangenen Saison getrennt hatte. Warm, der den SCC vier Jahre lang trainierte, hatte in der abgelaufenen Saison den Einzug ins Play-off-Finale verpasst.

Auch Urnaut kennt den Berliner Bundesligisten, allerdings nicht so lange und in anderer Funktion. Der 44-Jährige hatte in der Saison 2002/2003 für den SCC gespielt. Die Verpflichtung hatte für einiges Aufsehen gesorgt, weil Urnaut damals schon 37 Jahre alt war und vor seinem Engagement bei den Berlinern nur noch wie ein Hobbysportler gejoggt hatte. SCC-Manager Kaweh Niroomand, der ihn auch jetzt wieder verpflichtete, hatte damals gesagt: „Er kann der Mannschaft Ruhe vermitteln, wenn es Konfusion auf dem Feld gibt.“ Allerdings wurde Urnaut auch nicht als potenzieller Stammspieler verpflichtet; er sollte in besonderen Situationen aufs Feld kommen. Gestern gab sich der 44-Jährige wortkarg. „Ich gebe keinen Kommentar ab“, sagte er.

Mit Averbode hatte Urnaut in der vergangenen Saison Platz vier in der belgischen Liga belegt. Geprägt wird diese Spielklasse von den Vereinen Roeselare und Maaseik. Nach der vergangenen Saison haben sich Averbode und Urnaut getrennt. Neuer Trainer des Vereins ist der Brasilianer Octavio Machado.

Der SC Charlottenburg hatte auch Interesse an Mirko Culic, Milan Maric und Franko Hölzig. Culic trainiert mit einigem Erfolg den Bundesligisten Netzhoppers Königs Wusterhausen. In der vergangenen Saison sind die Netzhoppers fast sensationell ins Play-off-Halbfinale eingezogen, nachdem sie im Viertelfinale den favorisierten Moerser SC besiegt hatten. Culic hatte jahrelang für den SCC gespielt und das Team später auch trainiert. Er will in Königs Wusterhausen seinen Vertrag erfüllen.

Auch der routinierte Milan Maric winkte ab. Der Serbe hatte zuletzt den Bundesligisten SG Eltmann trainiert, ist aber im Januar aus sportlichen Gründen beurlaubt worden. „Ich habe dem SC Charlottenburg vor zwei Wochen abgesagt“, erklärte Maric gegenüber dem Tagesspiegel. Familiäre Gründe hätten ihn dazu gezwungen, sportlich hätte ihn der Verein sehr interessiert.

Franko Hölzig war ebenfalls auf der Kandidatenliste des SCC. „Man hat mich beim Beachvolleyball-Turnier in Berlin angesprochen“, sagte er. Der ehemalige SCC-Spieler kennt den Verein sehr gut. Der frühere Angreifer, bekannt für seine kraftvollen Aktionen, trainiert eine Nachwuchsmannschaft des SC Charlottenburg, und das erfolgreich. Hölzig kann sich durchaus vorstellen, mal Cheftrainer zu werden, allerdings eher „langfristig“.

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