SCC - VfB Friedrichshafen : Fuchs als Diagonalangreifer gegen den VfB

Sebastian Fuchs rückt beim SCC in eine Hauptrolle. Gegen Friedrichshafen muss er den Job als Diagonalangreifer so gut wie möglich erledigen - eine schwere Aufgabe.

Frank Bachner

BerlinSie haben sich noch kurz mit der Ausholbewegung beim Aufschlag beschäftigt, viel mehr war da gar nicht. Michael Warm, der Trainer gab ein paar Tipps, Sebastian Fuchs nahm sie auf. Routine. Was sollen sie auch im Abschlusstraining noch groß machen? Nach 90 Minuten beendete Warm gestern die Trainingseinheit mit der Mannschaft. Das Wichtigste hatte er schon am Ostermontag, in der Sauna, zu Fuchs gesagt: „Bleib’ ganz ruhig. Spiel’ das, was du kannst.“

Fuchs kann den Job als Diagonalangreifer beim SC Charlottenburg, er kann ihn ganz gut, aber heute muss er ihn so gut wie möglich erledigen. Der SCC trifft auswärts im Halbfinale der Volleyball-Play-offs auf den VfB Friedrichshafen (20 Uhr), eine schwerere Aufgabe gibt es zurzeit nicht im deutschen Volleyball. Und Diagonalangreifer Fuchs ist von der ersten Sekunde an dabei, das ist er nicht gewöhnt, deshalb soll er ruhig bleiben.

Fuchs ist der ideale zweite Mann, einer, der reinkommt, wenn die Nummer eins schwächelt. Aber Aleksandar Spirovski schwächelt nicht, er ist verletzt, das ist die Chance für Fuchs. „Ich habe großes Vertrauen in ihn“, sagt Warm. Das muss er sagen, weil er Fuchs stärken will, aber dürfte auch durchaus ehrlich sein.

Nur logisch ist das nicht. Denn es gab lange den Beachvolleyballer Sebastian Fuchs, den Mann, der im Sand die U-18-WM und die U-23-EM gewonnen hatte, der sich im Zweier-Team in seinem Element fühlte und in der Halle nur beim Bundesligisten Hamburg spielte, wo sie eher amateurhaft trainierten, wo sie ziemlich langsam spielten, wo sie deshalb auch verdient abstiegen. In der Halle war Fuchs ein netter Mitläufer.

Es ist gerade mal ein gutes Jahr her.

Jetzt ist Fuchs der Mann, den Bundestrainer Raul Lozano für den Sommer zur Nationalmannschaft eingeladen hat. Ein Mann, der nach Warms Einschätzung „technisch sehr gereift ist“. Einer, der bisher „keinen Einbruch hatte“. Warm sagt dies fast verwundert. Er hätte eigentlich kommen müssen, dieser Einbruch. Er wäre normal gewesen. Fuchs kam vor dieser Saison zum SCC, er sollte langsam ans hohe Niveau herangeführt werden.

Als er kam, als er im Angriff schlug, da erinnerte er bei der Ballbehandlung eher an jemanden, der seinen Hund streichelt als an einen aggressiven Profi, der einen Punkt machen will. Warm erklärte ihm schnell die Regeln, die nun in Fuchs’ neuer sportlicher Welt gelten. Und der 22-Jährige lernte schnell, die Rolle der Nummer zwei füllte er gut aus. Zwölf Einsätze hat er in dieser Saison hinter sich, die meisten beobachtete Warm zufrieden. Aber er hat Fuchs in der Sauna auch erklärt, dass der nicht Matchwinner werden müsse. Warm weiß, wo die Grenzen seiner Spieler liegen. Was er leisten kann, das weiß Fuchs ganz gut selber. Vor allem weiß er, was er noch nicht kann. Er muss in der Halle noch besser werden, ganz einfach. Also erholt er sich im Sommer für die neue Saison. Urlaub ist ihm wichtiger als ein anderer, wichtiger Termin. Das erfuhr auch der Bundestrainer: Lozano erhielt eine Absage.

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