Volleyball : Erst verunsichert, dann ratlos

Der SCC festigt Platz fünf beim 0:3 gegen Düren.

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Berlin - Mit voller Wucht trat Jaromir Zachrich gegen einen der Stühle an der Seitenlinie. Gerade hatte seine Mannschaft doch noch einmal ausgeglichen zum 20:20 im dritten Satz. Doch dann hatte der Mittelblocker des SC Charlottenburg seinen Aufschlag leichtfertig vergeben – was ihn zu diesem Wutausbruch veranlasste. Auch wenn sich die Berliner Volleyballer im hart umkämpften dritten Durchgang gegen Evivo Düren noch zwei Satzbälle erarbeiten sollten: Die Situation zeigt deutlich das größte Problem des SCC. In den entscheidenden Situationen versagten den Berliner Volleyballern auch am Sonntagnachmittag die Nerven. Die Verunsicherung im Team mündete gegen Düren in einem ernüchternden 0:3 (21:25, 20:25, 27:29), durch das der SCC schon elf Spieltage vor Beginn der Play-offs den nicht sehr aussichtsreichen fünften Platz der Bundesliga für sich reserviert zu haben scheint.

Hilflosigkeit macht sich breit in den Reihen der Berliner. „Uns fehlt einfach das Vertrauen“, sagte Diagonalangreifer Sebastian Fuchs, „ich bin völlig ratlos.“ Fairerweise darf die Verteidigung der Dürener nicht unerwähnt bleiben. Die Gäste brachten die aussichtslosesten Bälle zurück und bewiesen, warum sie acht Spiele in Folge gewonnen hatten – unter anderem gegen Friedrichshafen.

An der Deutlichkeit des Ergebnisses konnten auch die 3000 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle nichts ändern, die den SCC lautstark unterstützten. Von Beginn an setzte Düren die verunsicherten Berliner unter Druck, die immer wieder mit Schiedsrichterentscheidungen und Fehlern haderten. Ende des dritten Satzes wehrte sich der SCC noch einmal, erarbeitete sich zwei Satzbälle, musste aber zusehen, wie Düren den zweiten Matchball verwandelte.

Selbst der sonst nie um eine Antwort verlegene SCC-Manager Kaweh Niroomand musste angesichts dieser Niederlage erst einmal durchatmen, dann sagte er: „Am ersten Spieltag der Hinrunde haben wir Düren 3:0 geschlagen, nun schlagen sie uns 3:0, das sagt einiges über die Nicht-Entwicklung unserer Mannschaft.“ Eine unterschwellige Kritik an Trainer Andrej Urnaut? Niroomand wollte das nicht bestätigen. „Es ist klar, dass nun Konsequenzen gezogen werden müssen, aber welche das sein werden, müssen wir erst diskutieren.“ Anke Myrrhe

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