Volleyball : SCC: Test vor leeren Rängen?

Gegen Düren spielen die Volleyballer des SC Charlottenburg am Dienstagabend erstmals nicht in der Sömmeringhalle sondern in der viel größeren Max-Schmeling-Halle. Doch ihnen droht eine magere Kulisse.

Anke Myrrhe
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Schöner als Charlottenburg. Die Max- Schmeling-Halle ist weitaus attraktiver ausgestattet als die Sömmeringhalle. Foto: ddp

Seit mehr als einer Woche läuft der Countdown auf der Homepage des SC Charlottenburg. Auf die Sekunde genau wird dort angezeigt, wie lange es noch dauert bis zum Aufeinandertreffen des SCC mit Evivo Düren. Warum so ein Aufriss für das Spiel des Tabellenfünften gegen den Siebten der Volleyball-Bundesliga? Zum ersten Mal wagen die Berliner Volleyballer das „Experiment Max-Schmeling-Halle“. Für das Spiel am Dienstagabend gegen Düren und das Rückspiel im kommenden Jahr gegen den VfB Friedrichshafen zieht der SCC aus der angestammten Sömmeringhalle in die größere und modernere Halle am Mauerpark.

Eisbären und Alba sind umgezogen - der SCC will nicht abgehängt werden

„Wir wollen auf den Zug der erfolgreichen Hauptstadtklubs aufspringen“, begründet SCC-Manager Kaweh Niroomand diese Entscheidung. „Alba und die Eisbären haben mit dem Umzug in die O2-Arena einen riesigen Schritt gemacht. Wenn wir nicht abgehängt werden wollen, müssen wir diesen Schritt mitgehen.“ Im Rahmen der Möglichkeiten des Volleyballvereins natürlich. Ein Testlauf umfasst in dieser Saison zunächst lediglich zwei prominente Bundesligaspiele. Je nach Zuschauerzuspruch könnte dieser zunächst auf die Play-offs ausgeweitet und dann in der nächsten Saison fortgesetzt werden.

Selbst die Sömmeringhalle ist selten ganz voll

Der Umzug des SCC ist riskant, wenn man bedenkt, dass selbst die 2600 Plätze in der etwas muffigen und alten Sömmeringhalle selten alle gefüllt sind. Im Schnitt hatte der SCC in der vergangenen Saison 1380 Zuschauer. Um nur den Unterring der Max-Schmeling-Halle zu füllen, bräuchte es 4200 Zuschauer, die der SCC mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zusammen bekommt. Bis gestern wurden rund 2000 Tickets für das heutige Spiel verkauft. Nicht nur finanziell geht der SCC damit ein Risiko ein. Auf 8000 bis 10000 Euro pro Spiel schätzt Kaweh Niroomand die Mehrkosten für den Verein. Die kommen vor allem durch Transport und Logistik zustande, denn in der Max-Schmeling-Halle müssen die Sicherheits- und Sanitätsdienste übernommen, und es muss ein Volleyballboden verlegt werden. Dennoch sagt Niroomand: „Das finanzielle Risiko ist überschaubar.“

Auch finanziell geht der SCC ein Risiko ein

Abgesehen davon könnten auch 3000 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle, die insgesamt ein Fassungsvermögen für 8500 Menschen hat, untergehen. SCC- Kapitän Jaroslav Skach weiß auch, dass der Erfolg dieses ersten Versuchs von der Zuschauerschauerzahl abhängt. „Wenn nicht so viele kommen, ist das blöd, dann bleibt man lieber in der kleinen Halle. Mit 3000 Leuten wären wir aber sehr zufrieden.“ Dennoch sieht auch er dem Umzug positiv entgegen. „Das ist ein Schritt nach vorne“, sagt Skach. „Ich denke, wenn eine Stadt so eine schöne Halle hat, sollte man versuchen, dort zu spielen.“ Ob die Stimmung dort genauso gut ist, wie es die Spieler aus der Sömmeringhalle gewohnt sind, wird sich zeigen.

Auch davon hängt es ab, ob der Verein langfristig mit der größeren Halle planen wird. Nicht nur der SCC will sich verändern, auch die Max-Schmeling-Halle befindet sich in einer Phase des Umbruchs, nachdem die Basketballer von Alba in die Arena am Ostbahnhof umgezogen sind und die Handballer der Füchse ebenfalls für drei Spiele die Halle wechseln. Ob man die Lücke, welche die neue Großarena hinterlassen hat, langfristig mit kleineren Vereinen wie dem SCC füllen wird, dazu will sich die Betreibergesellschaft derzeit nicht äußern. Über die Zukunft der Halle werde gerade mit dem Land Berlin verhandelt, heißt es. Natürlich gebe es grundsätzlich immer Bemühungen, neue Mieter zu finden.

Für den SCC muss sich erst noch zeigen, ob eine modernere Halle auch mehr Zuschauer anlocken kann.

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