Volleyball : SSC: Nach dem Erfolg wird’s teuer

Der SC Charlottenburg erwägt die Ausrichtung des Final-Four-Turniers. Am 27. und 28. März wird der Cup-Gewinner ermittelt, und das ist eine teure Angelegenheit.

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Berlin - Die „Baskent Volleyball Hall“ in Ankara gilt als eine der modernsten Volleyballhallen in Europa, vor wenigen Wochen wurde sie erst eingeweiht. Aber dass es, gleichsam zum Auftakt, eine solche Sensation geben würde, damit hatten am Mittwochabend die 6000 Zuschauer nicht gerechnet. 3:1 (25:20, 19:25, 25:18, 25:17) besiegte der Bundesligist SC Charlottenburg das favorisierte Team von Ziraat Bankasi Ankara. Es war das Rückspiel im Viertelfinale des europäischen Challenge Cups; das Hinspiel hatte der SCC 3:2 gewonnen. Damit ist der SCC erstmals im Final Four des Wettbewerbs.

„Wir haben sehr konstant gespielt, gerade in der Annahme“, sagt SCC-Manager Kaweh Niroomand. Deshalb konnte sich auch Diagonalangreifer Aleksandar Spirovski sehr gut in Szene setzen. „Er hat überragend gespielt“, sagt Niroomand. „Nach seiner langen Verletzung kommt er immer besser in Form. Es ist wichtig für uns, dass wir wieder einen Punktesammler haben.“ Auch für die Bundesliga hat dieser Erfolg eine Bedeutung. Der SCC liegt derzeit auf Platz vier, das ist weniger als erwartet. „Für die Mannschaft sind Europapokalspiele wichtig, weil sie eine Herausforderung darstellen. Dort sind starke Gegner“, sagt Niroomand.

Jetzt steht nur die Frage im Raum, ob der SCC das Final-Four-Turnier ausrichtet. Am 27. und 28. März wird der Cup-Gewinner ermittelt, und das ist eine teure Angelegenheit. Allein die Gebühr, die der ausrichtende Verein an den europäischen Verband CEV bezahlen muss, beträgt 20 000 Euro. Dazu kommen sämtliche Hotel- und Flugkosten. Noch hat sich kein Klub gefunden, der das stemmen will. Und weil die CEV ahnte, dass es Probleme geben könnte, lässt sie eine andere Einnahmequelle sprudeln. Jede Mannschaft, die im Final Four steht, muss für jede Partie, die sie im Finalturnier bestreitet, 3000 Euro bezahlen. Auf den SCC kommen also auf jeden Fall Kosten zu. „Da müssen wir jetzt gegenüberstellen, was für uns besser ist“, sagt Niroomand. Außerdem muss geklärt werden, ob die Schmeling-Halle frei ist. Unter extremem Zeitdruck steht der Verein allerdings nicht. Bis nächsten Mittwoch erst muss der SCC sich entscheiden. „Die CEV“, sagt Niroomand, „ist doch froh, wenn sie überhaupt jemanden findet.“ 

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