Sport : Schach dem Vorstand

-

Benedikt Voigt über den Machtkampf im Präsidium des FC Bayern

Eigentlich könnte sich Franz Beckenbauer über die Entwicklung der Schachabteilung des FC Bayern freuen: Die erste Herrenmannschaft hält tapfer den vierten Rang in der Zweiten Bundesliga, hinter Eppingen, Bad Mergentheim und Viernheim. Und die BasketballHerren feiern gar den Aufstieg in die Zweite Bundesliga Süd! Eine tolle Bilanz für Beckenbauer, der sich einmal als Präsident der Schachspieler und Basketballer seines Vereins bezeichnete. Weil er nur dem Hauptverein vorsteht, nicht aber der für den Profifußball zuständigen FC Bayern AG. Deren Vorstandschefs, Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß, würden ihn sicherlich gerne in dieser bescheidenen Rolle sehen. Allein, er lässt sich nicht einschränken.

Gestern mischte sich Beckenbauer wieder einmal ins Tagesgeschäft der Fußballer ein. In der Diskussion um die Zukunft von Trainer Ottmar Hitzfeld sagte er: „Von mir aus kann er bleiben bis 2020.“ Damit stellt sich Beckenbauer gegen die Herren Hoeneß und Rummenigge, die in den letzten Wochen immer deutlicher von ihrem Trainer abrückten. Besonders Rummenigge hat zuletzt versucht, sich als Bankettredner, Sportpolitiker oder Trainerkritiker beim FC Bayern zu profilieren. Nun aber weist ihn Beckenbauer in die Grenzen. Dafür verfügt der Multifunktionär immer noch über genügend Machtinstrumente. Mit seinem Beitrag in der Hitzfeld- Diskussion hat Beckenbauer nur einen neuen Zug im Machtkampf der Funktionäre gespielt. Einen Angriffszug. Vielleicht hat er das ja in der Schachabteilung gelernt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben