Sport : Schach-WM: Im Wirbel untergangen

Martin Breutigam

Aruna hatte Probleme, Schritt zu halten. Ihr Ehemann, Schachweltmeister Viswanathan Anand, war entgegen seinen freundlichen Gewohnheiten wort- und grußlos an wartenden Journalisten und Autogrammjägern vorbeigelaufen. Nun eilte der indische Fide-Champion geradewegs dem Ausgang des Dortmunder Opernhauses entgegen. Die Flucht vom Ort des Schreckens erschien verständlich, hatte Anand doch soeben seine vierte Niederlage einstecken müssen, ausgerechnet im Prestigeduell mit dem BGN-Weltmeister Wladimir Kramnik aus Russland.

Es war keine alltägliche Partie. Anand war im spektakulären Angriffswirbel seines Gegners untergegangen (siehe Notationen). Bei keinem Turnier zuvor hatte er derart unter Form gespielt wie bei der 29. Auflage der Dortmunder Schachtage. Nach zehn sieglosen Runden wurde Anand mit nur drei Punkten Letzter. Kramnik (6,5 Punkte) hingegen gewann das Eliteturnier nun schon zum sechsten Mal. Ein Remis in der Schlussrunde (gegen den Russen Morosewitsch) genügte ihm zum Gesamtsieg aufgrund der besseren Feinwertung vor dem Bulgaren Weselin Topalow.

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