Sport : Schach-WM: Kramnik bleibt aus Protest seiner Partie fern

Martin Breutigam

Berlin - Schachweltmeister Wladimir Kramnik hat sich gestern in Elista geweigert, zur fünften Partie des WM-Kampfes gegen Wesselin Topalow anzutreten. Der 31 Jahre alte Russe, 3:1 in Führung liegend, protestierte damit gegen eine wenige Stunden zuvor gefällte Entscheidung des Schiedskomitees bei der WM in Russland. Dieses hatte Kramnik untersagt, während der Partien die eigene Toilette benutzen zu dürfen; künftig müssten sich beide Spieler eine teilen.

Auslöser war eine Beschwerde von Topalows Manager Silvio Danailow, der behauptete, Kramnik habe während der Partien auffällig oft seinen Ruheraum verlassen und die Toilette aufgesucht, die nicht von Kameras überwacht ist. Zudem kündigte Danailow an, Topalow werde fortan auf den üblichen Handschlag und gemeinsame Pressekonferenzen verzichten. Kramniks Manager Carsten Hensel protestierte gegen die Entscheidung des Komitees und bat den Präsidenten des Weltschachbundes Kirsan Iljumschinow, die vertraglichen Vereinbarungen wiederherzustellen. Andernfalls werde man den Wettkampf abbrechen. Dass Kramnik häufig seinen Ruheraum verlasse, habe einen einfachen Grund, sagte Hensel: Der Raum sei sehr klein und Kramnik nutze auch den Toilettenbereich, um sich zu bewegen. Experten halten Danailows Verdächtigungen für einen Psychotrick. Ob der Wettkampf nun fortgesetzt wird, ist noch unklar.

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