Sport : Schäfer verlangt heute gegen FC St. Pauli drei Punkte

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Rund elf Millionen Mark waren schon an Ablösesummen auf fremde Vereinskonten geflossen. Aber Winfried Schäfers Einkaufslust blieb ungebrochen. Der Trainer des Fußball-Zweitligisten Tennis Borussia ließ verlauten, ihm fehle nach sieben Neuen nun noch ein Mann für das linke Mittelfeld. Der Ex-Münchner Markus Münch wurde angeboten, stand aber von seinen menschlichen Qualitäten her nicht im besten Ruf, also ließ Schäfer lieber die Finger von ihm. Später tanzte Thomas Richter zum Probetraining an und fand vor des Trainers Augen auch keine Gnade. Von der bisher erfolglosen Suchaktion verspricht sich Schäfer wenigstens einen Effekt. "Man kann doch", sagt er vor dem Spiel heute gegen den FC St. Pauli (19 Uhr, Mommsenstadion), "auch mal einen Spieler unter Druck setzen, ihn provozieren, ihn herausfordern, indem man diesen oder jenen Namen als mögliche Verstärkung nennt oder auch mal einen solchen Mann mittrainieren läßt."

Schäfer stößt schließlich auch im eigenen Kader auf zwei Linksfüßer: Celaleddin Kocak und Zbigniew Szewczyk. Aber genügen beide den hohen Ansprüchen, die bei TeBe gestellt werden? Kocak gilt als Riesentalent, ein bisschen zu lange allerdings schon. Vielleicht fehlt dem 21-Jährigen nur ein Schuss Selbstvertrauen. "Er hat die besten Voraussetzungen, stellt sich aber immer wieder hinten an", meint Schäfer. Beim 2:2 in Aachen war Szewczyk erste Wahl. Der dribbelt an guten Tagen eine ganze Abwehr schwindlig, aber diese guten Tage sind rar. Für Szewczyk spricht aber die Routine.

Gegen St. Pauli hat TeBe in der vorigen Saison beide Spiele verloren. 0:1 am Millerntor, gar 0:2 daheim. "Wir müssen die drei Punkte einfahren", fordert Schäfer. In den bisherigen neun Heimspielen des Jahres 1999 gelang TeBe nur ein Sieg. Diese Bilanz bedarf der Aufbesserung, auch wenn Torwart Hilfiker in dieser Woche wegen einer fiebrigen Erkältung ein paar Übungseinheiten ausfallen lassen musste, und der Einsatz von Torjäger Uwe Rösler wegen einer Muskelverspannung fraglich ist. Zwei andere TeBe-Profis müssen zudem eine Doppelschicht einlegen: Der Mazedonier Sasa Ciric und der Tscheche Jan Suchoparek waren am Mittwoch mit ihren Nationalmannschaften in der EM-Qualifikation beschäftigt. Schäfer verlangt trotzdem: "Wir müssen gegen St. Pauli unheimlich Druck ausüben."

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