Sport : Schalke 04 erreicht das Finale des Ligapokals

Der Vizemeister gewinnt 4:2 beim 1. FC Nürnberg

Nürnberg - Der 1. FC Nürnberg hat das Ende der vergangenen Saison in einem permanenten Rauschzustand erlebt: Der DFB-Pokalsieg, die Qualifikation für den Uefa-Cup, die drittbeste Platzierung der Nürnberger Bundesligageschichte überhaupt – so dürfte es nach dem Geschmack der Club-Fans ruhig weitergehen, und gestern Abend sah es zunächst auch nach einer Fortsetzung der Nürnberger Erfolgsgeschichte aus. Im Halbfinale des Ligapokals ging der Pokalsieger nach 20 Minuten durch ein Tor von Robert Vittek in Führung. Doch innerhalb von sieben Minuten vor der Pause drehte Schalke das Spiel, am Ende gewann der Vizemeister 4:2 (3:1) und zog zum vierten Mal nach 2001, 2002 und 2005 ins Endspiel des Ligapokals am Samstag in Leipzig ein. Der Gegner wird heute im Duell zwischen dem Deutschen Meister VfB Stuttgart und Bayern München ermittelt (20.30 Uhr, live in Sat1).

Die Nürnberger begannen stärker als die Schalker, hatten das Geschehen weitgehend unter Kontrolle und gingen auch verdient in Führung, nachdem Neuzugang Zvjedzan Misimovic Robert Vittek geschickt freigespielt hatte. Auf der anderen Seite ließ der Club bis kurz vor der Pause so gut wie keine Möglichkeiten der Schalker zu, dann aber traf Lewan Kobiaschwili zum 1:1-Ausgleich für die Schalker. Nach einer schönen Kombination spielte Kevin Kuranyi den Georgier an, der Nürnbergs Torhüter Daniel Klewer überwand. Kuranyi durfte nach seiner Rotsperre aus dem Ligapokalfinale 2005 erstmals wieder mitwirken.

Mit dem Ausgleich begann eine Schalker Drangphase, die das Spiel entschied. Zunächst scheiterten Ivan Rakitic, der Vier-Millionen-Einkauf aus der Schweiz, und Kuranyi noch mit einem Kopfball, doch dann brachte Fabian Ernst die Gäste 2:1 in Führung. Nach einem Pass von Kuranyi stand der defensive Mittelfeldspieler frei vor Klewer. Er ließ Nürnbergs Torhüter keine Chance (43.).

Nur zwei Minuten später fiel die Entscheidung zugunsten des Vizemeisters. Wieder genügte ein einziger Pass, um die komplette Nürnberger Abwehr auszuhebeln. Rakitic lief fast von der Mittellinie allein auf Klewer zu, umspielte den Torhüter und als er zum Abschluss schon zu weit abgedrängt war, passte der Kroate den Ball in die Mitte, wo Peter Lövenkrands ihn nur noch über die Torlinie schieben musste. Rakitic spielte in Nürnberg weit auffälliger und effektiver als noch am vergangenen Wochenende im Viertelfinale gegen den KSC, als der 19-Jährige ganz offensichtlich noch nach einer passenden Rolle in seiner neuen Mannschaft gesucht hatte.

Rakitic ist bisher der prominenteste Neuzugang der Schalker, aber vielleicht gibt es bald eine weitere Verstärkung. Manager Andreas Müller hat die Verpflichtung von Stephen Appiah vom türkischen Erstligisten Fenerbahce Istanbul noch nicht abgeschrieben. „Er will zu uns kommen“, sagte Müller. „Mit dem Spieler sind wir uns fast einig.“ Einziges Problem: die Ablösesumme, die Fenerbahce für den Mittelfeldspieler aufruft.

Gegen Nürnberg reichte es auch ohne den Ghanaer zu einem ungefährdeten Sieg. Nach der Pause köpfte Heiko Westermann nach einem Eckball das 4:1 für die Schalker. Die Nürnberger kamen eine Viertelstunde vor Schluss nur noch zum 2:4, erneut war Vittek der Torschütze. Zu mehr reichte es für den Pokalsieger allerdings nicht mehr. Tsp

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