Schalke 04 - Mainz 05 4:1 : Schalke siegt fürs Selbstvertrauen

Nach dem Champions-League-Desaster unter der Woche hat sich der FC Schalke 04 in der Bundesliga den Frust von der Seele geschossen - gegen Mainz 05 gab es ein kleines Schützenfest. Dabei waren aber die Gäste über weite Strecken spielbestimmend...

Jörg Strohschein
Überragte gegen Mainz: Schalkes Stürmer Hunterlaar.
Überragte gegen Mainz: Schalkes Stürmer Hunterlaar.Foto: dpa

Die FC Schalke 04 hat gegen die Mainz 05 einen ersten kleinen Schritt zur Rehabilitation und in eine bessere Zukunft getan. Das 4:1 (2:1) gegen die Rheinhessen war vor allen Dingen ein Erfolg des besonders gut aufgelegten Klaas-Jan Huntelaar. Es war selten glanzvoll, aber Wille und Einstellung der Schalker stimmten bei dieser Begegnung - nicht nur beim Angreifer, sondern auch bei seinen Kollegen. Eigenschaften, die der Mannschaft von Trainer Roberto Di Matteo vor vier Tagen in der Champions League, beim 0:5 gegen den FC Chelsea, vollständig abgingen. Die Diskussionen um die zu geringe Leistungsfähigkeit des Spieler und die Versäumnisse von Manager Horst Heldt bei der Kaderzusammenstellung dürften nun erst einmal eingedämmt, aber langfristig betrachtet wohl noch nicht beendet sein.

Es war ein vorsichtiger Beginn der Schalker, die sich nach dem Debakel gegen Chelsea erst einmal die Angst aus den Füßen und den Köpfen spielen mussten. Die Mainzer hatte offenbar mit der anfänglichen Zurückhaltung des Gegners gerechnet und versuchten von der ersten Minute an Akzente in der Offensive zu setzen. Dem Ruhrggebietsklub gelang aber genau das, was sich ein Team mit dieser großen Verunsicherung nur wünschen kann. Die Mannschaft erzielte ein frühes Tor. Nach nur neun Minuten lupfte Klaas-Jan Huntelaar einen von Eric Maxim Choupo-Moting mit dem Kopf verlängerten Ball über den Mainzer Torhüter, Loris Karius, hinweg in die Maschen. Ein Treffer, der nicht nur den 60.904 Zuschauern in der Arena wie eine Befreiung erschien, sondern vor allem auch dem Schalker Angreifer. Gerade in vergangenen Wochen lief das zuletzt extrem defensive und stellenweise destruktive Spiel seiner Mannschaft häufig derart eklatant an ihm vorbei, dass es für Huntelaar wohl besser gewesen wäre, er wäre zuhause geblieben. Dann hätte er sich jede Menge Ärger erspart.

Huntelaars überragende Quote

Der 31-Jährige, dessen Vertrag im Sommer ausläuft und der in Gelsenkirchen einen mit 14 Millionen Euro dotierten Rentenvertrag für zwei Jahre erhalten soll, spielte nach seinem Treffer wie aufgezogen. Huntelaar war unermüdlich auf dem Spielfeld unterwegs, scheute keinen Zweikampf und suchte wann immer möglich seine Chance zum Torschuss. Ein paar Minuten nach seinem ersten Treffer scheiterte er zunächst noch aus kurzer Distanz an Karius. Aber es war im Anschluss keinesfalls ein Zufall, dass der Niederländer nach 25 Minuten, nach einem verunglückten Schuss von Max Meyer, richtig stand und aus 15 Metern eiskalt verwandelte. Sein 100. Pflichtspieltreffer in der 157. Partie für die Schalker.

Glück hatte der Ruhrgebietsklub allerdings, als Ja-Cheol Koo aus kürzester Distanz an Torhüter Ralf Fährmann scheiterte und nicht den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt hatte. Nach 39 Minuten hatte Huntelaar dann auch bereits seinen dritten Treffer auf dem Fuß, seinen Schuss aus spitzem Winkel konnte Karius erneut mit einer Glanzparade abwehren. Allerdings offenbarten die Schalker zwischenzeitlich wieder ihre große Schwachstelle, die Defensive. Zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff zeigte Stefan Bell seinem Gegenspieler Benedikt Höwedes auf engstem Raum die Grenzen auf, Bells Schuss kann Fährmann zunächst noch abwehren, Shinji Okazaki stocherte den Ball zum 2:1 über die Torlinie.

Auch der seit Wochen auf dem Abstellgleis abgeschobene Tranquillo Barnetta bekam noch seinen großen Auftritt. Nach der Pause eingewechselt, erzielte der 29-Jährige nach 55 Minuten mit einem sehenswerten Distanzschuss aus 24 Metern das 3:1 und damit die Vorentscheidung gegen keineswegs mutlose aber zu wenig zielstrebige Mainzer. Der Schlusspunkt dieser Partie blieb allerdings Klaas-Jan Huntelaar vorbehalten, der nach schönem Zuspiel von Choupo-Moting auf 4:1 erhöhte und damit den Endstand bereitete. Nicht nur Huntelaars zuletzt arg strapazierte Seele, sondern sämtlichen Schalkern dürfte diese Partie und dieser Sieg besonderes Balsam gewesen sein.  

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