Schalke 04 : Müller rügt Kuranyi und dementiert Einigung mit Appiah

Mit seiner Klage über fehlendes Personal hat sich Schalke-Stürmer Kuranyi bei Trainer Slomka und Manager Müller unbeliebt gemacht. Gleichwohl arbeite man derzeit fieberhaft an Alternativlösungen zu Stephen Appiah, der nun wohl doch nicht in die Bundesliga wechselt.

Paul Tigges[dpa]
Kuranyi
Will Verstärkung: Kevin Kuranyi. -Foto: dpa

Bad RadkersburgMit der Ruhe im beschaulichen Bad Radkersburg ist es seit Tagen vorbei, und auch beim prominenten Gast FC Schalke 04 herrscht größere Aufregung. Zwar hat sich der Wirbel um die Kritik von Marcelo Bordon, Fabian Ernst und Kevin Kuranyi an der Einkaufspolitik inzwischen etwas gelegt, doch die Nachwirkungen sind im Trainingslager des Vizemeisters noch zu spüren. Immerhin wurde der Nationalstürmer, der aus Sorge um die Konkurrenzfähigkeit ("Ich will endlich Titel holen") weitere Verstärkungen gefordert hatte, zum Rapport bei der sportlichen Leitung bestellt. "Kevin hat in seinem Urlaub wohl in der Zeitung zu viel darüber gelesen, welche namhaften Spieler angeblich zu uns kommen sollen", sagte Trainer Mirko Slomka.

Auch Andreas Müller machte nicht nur Kuranyi klar, dass er derlei Äußerungen nicht duldet. "Wir haben mit den Spielern gesprochen und ihnen deutlich gesagt, dass die Personalpolitik unsere und nicht ihre Aufgabe ist", betonte der Manager, der weiter auf der Suche nach einem Hochkaräter für das Mittelfeld ist. Nach der Absage von Werder Bremens Manager Klaus Allofs in Sachen Leon Andreasen lebte das Verwirrspiel um Stephen Appiah von Fenerbahce Istanbul zwischenzeitlich wieder kurz auf.

"Express": Appiah "unmittelbar vor der Unterschrift"

Der "Express" wollte erfahren haben, dass der Deal mit Appiah so gut wie perfekt sei. Der 26-Jährige stehe bei Schalke "unmittelbar vor der Unterschrift", berichtete das Blatt. Nun müsse sich der Revierclub nur noch mit Fenerbahce über die Ablöse verständigen. Müller dementierte den Bericht am Nachmittag heftig. "Es gibt seit Jahren immer nur Spekulationen. Ich kann es nicht mehr hören und habe keinen Bock darauf, dass immer etwas Neues kommt", schimpfte Müller. Wie vor einer Woche bekräftigte er: "Das Thema ist erledigt."

Gleichwohl bastelt der 44-Jährige zurzeit noch an einer Alternativlösung. "Wir loten die Möglichkeiten aus, ob wir noch einen Spieler holen können. Wenn man bei den Verhandlungen in Schritten rechnen möchte, dann haben wir den ersten von vielleicht sechs gemacht", berichtete Müller nach einem Ausflug ins Unbekannte. Und er fügt hinzu: "Wir haben immer betont, dass wir noch etwas tun werden, wenn es finanziell machbar ist. Aber hier im Trainingslager rechne ich nicht mehr damit, dass noch ein Spieler zu uns kommt. Und falls es gar nicht mehr klappt, bin ich der Meinung, dass unser Kader auch so stark genug ist, um unsere Ziele zu erreichen."

Slomka hält viel von Mimoun Azaouagh

Viele bezweifeln, ob Ivan Rakitic, Jermaine Jones, Heiko Westermann, Mathias Schober und Benedikt Höwedes ausreichen, um nach den Abgängen von Lincoln und Hamit Altintop die Champions-League-Gruppenphase zu überstehen und um den Meistertitel zu spielen. Doch womöglich spielt sich ein anderer in den Vordergrund, der nach vielen Verletzungsproblemen zum Karrieresprung ansetzt. Mimoun Azaouagh, in der Vorsaison an Mainz ausgeliehen, erntet zurzeit viel Lob. Im Testspiel gegen den FC Kopenhagen gelang ihm der späte 2:2-Ausgleich. "Mimoun war spiel- und lauffreudig, wie man ihn kennt", sagte Slomka. Und auch Müller ist von dem Eifer des Kreativspielers angetan: "Wie er sich hier im Trainingslager bewegt, gefällt mir sehr gut."

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