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Schalke 04 - SC Paderborn 1:0 : Schalke bolzt sich nach Europa - und Paderborn verzweifelt

Der SC Paderborn verliert auf Schalke und hat nur noch wenig Hoffnung auf den Klassenerhalt. Den Königsblauen reichte eine erneut schwache Leistung für einen großen Schritt Richtung Europa League.

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Ernüchterung bei den Paderbornern - im Hintergrund jubelt Schalkes Klaas-Jan Huntelaar über seinen Siegtreffer. Foto: dpa
Ernüchterung bei den Paderbornern - im Hintergrund jubelt Schalkes Klaas-Jan Huntelaar über seinen Siegtreffer.Foto: dpa

Sollte sich der SC Paderborn in näherer Zukunft fragen, weshalb die Profi-Mannschaft den Gang in die 2. Bundesliga antreten musste, nicht wenige werden der Auffassung sein, dass das Spiel gegen den FC Schalke 04 die entscheidende  Partie für diese Entwicklung war. Mit 0:1 beendeten die Ostwestfalen diese Begegnung, dabei hätten sie gegen die erneut völlig desorientierten Schalker eigentlich als Gewinner den Platz verlassen müssen. "Wir sind enorm enttäuscht. Wir hätten der klare Sieger sein müssen", sagte Paderborns Trainer André Breitenreiter. "Ich habe in meiner Karriere noch nie erlebt, dass die Zuschauer sich erheben und dem Gegner Applaus spenden."

Die Ostwestfalen hatten sich sehr teuer verkauft und agierten ganz und gar nicht wie ein Abstiegskandidat. Nun haben sie aber nur noch eine theoretische Chance, die Liga zu erhalten. Bezeichnend für den Schalker Erfolg war, dass SCP-Verteidiger Uwe Hünemeier zwei Minuten vor dem Ende den entscheidenden Treffer per Eigentor erzielte.

Heldt: "Es bleibt ein fader Beigeschmack"

Die Schalker Anhänger pfiffen ihr Team nach dem Abpfiff trotz des späten Siegtreffers gnadenlos aus, rund eine Stunde nach dem Spiel blockierten Fangruppen auch den Haupteingang des Stadions. Der Vorstand der Schalker diskutierte mit den verärgerten Fans. Der Zorn über dieses Spiel, über diese gesamte Saison, sitzt tief. Das Kuriose an diesem Spielausgang war, dass diese erneut indiskutable Leistung dem Ruhrgebietsklub genügte, um in der Europa League dabei zu sein. "Wir haben uns zwar qualifiziert, aber es bleibt ein fader Beigeschmack", sagte Manager Horst Heldt.

Der schweigende Protest, dem alle Schalke-Sympathisanten in der Gelsenkirchener Arena und nicht nur wie zuvor angekündigt die Anhänger in der Nordkurve betrieben, setzte der ohnehin verunsicherten Mannschaft von Roberto Di Matteo sichtlich zu. Fehlpass reihte sich an Fehlpass, kaum einen Zweikampf beendeten sie erfolgreich. Die Paderborner dagegen spielten befreit auf und erspielten sich in der ersten Hälfte gleich einige große Tormöglichkeiten, die sie aber ungenutzt ließen. Vor allem Moritz Stoppelkamp, aber auch Süleyman Koc stellten die Abwehr der Schalker immer wieder vor große Probleme, den Offensivspielern fehlte allerdings die nötige Konsequenz auch ein wenig Glück im Abschluss.

Schalke als überraschender Sieger

Die Paderborner bestimmten den Rhythmus der Begegnung und zeigte den Schalkern die spielerischen Grenzen auf. Die Suspendierungen von Kevin-Prince Boateng, Sidney Sam und auch Marco Höger zeigten keinerlei Wirkung. Als der Frust bei den Anhängern zu groß wurde, behalfen sie sich mit Sarkasmus: "So ein Tag, so wunderschön wie heute", intonierten sie lautstark. Diese Demütigung sorgte allerdings bei den Schalker Profis nicht für ein Aufbäumen, sondern die offenbar allzu sensible Mannschaft sackte noch mehr in sich zusammen.

Das Bild setzte sich auch in der zweiten Hälfte fort. Die Paderborner waren einsatzbereiter und willensstärker, die Schalker verzweifelten weiterhin an sich selbst. Ein langer, zielloser Ball von Tranquillo Barnetta und ein Eigentor von Innenverteidiger Uwe Hünemeier nach 88 Minuten führten dazu, dass die Schalker völlig überraschend den Platz als Sieger verließen. Ein Grund zur Freude war das aber kaum.

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