Sport : Schalke 04: Schock für die Gelsenkirchener

Das Spiel war abgepfiffen, ganz Schalke ein Fest in blau und weiß. Die Fans im Stadion lagen sich in den Armen und stürmten den Platz. Auf der Vidoewand wurden die letzten Minuten aus Hamburg übertragen. Gerade hatte Barbarez den HSV in Führung geschossen und Schalke für ein paar wahnsinnige Minuten zum Meister gemacht. Der Fluch der letzten Minuten, der am vergangenen Spieltag die Schalker so schrecklich doppelt getroffen hatte - er schien plötzlich verflogen. Und das nach diesem kuriosen Spiel, bei dem selbst die treusten Fans zwischendurch jede Hoffnungen aufgegeben hatten.

Vor 65 000 Zuschauern lagen bei den Königsblauen im letzten Spiel im Parkstadion die Nerven blank. Andre Breitenreiter (3.) und Miroslav Spizak (27.) nutzten die einzigsten Gästechancen in der ersten Halbzeit zur überraschenden Führung für Unterhaching. Nach diesem Schock präsentierte sich der Titelaspirant, der bei einem Sieg und einer Niederlage der Bayern die Meisterschale gewonnen hätte, völlig von der Rolle.

Zum Thema Bundesliga aktuell: Ergebnisse und Tabellen Ein Doppelschlag durch Tore von Nico van Kerckhoven und Gerald Asamoah innerhalb einer Minute kurz vor der Pause brachte die Mannschaft von Huub Stevens dann plötzlich wieder ins Spiel zurück. Doch Jan Seifert (69.) brachte überraschend die Gäste erneut in Führung. Ein erneuter Doppelschlag, diesmal durch Jörg Böhme (73. und 74.), kippte die Partie endgültig zu Gunsten der Gelsenkirchener. Ebbe Sand (89.) erzielte den Endstand. Doch dann gab es in Hamburg Freistoß für die Bayern. Andersson traf ins Tor und Schalke ins Herz.

Bei den Gastgebern feierte Ex-Nationalspieler Olaf Thon nach acht Monaten sein Comeback. Der 35-Jährige, der am 30. September 2000 im Punktspiel beim Hamburger SV einen Bänderriss erlitten hatte, wurde in der 72. Minute eingewechselt. Bei den Gastgebern verdienten sich Asamoah und Doppeltorschütze Böhme die Bestnoten. Doch eine Woche nach dem Sieben-Sekunden-Schock von Stuttgart, als die Königsblauen durch eine 0:1-Niederlage in letzter Minute ihre hervorragende Ausgangsposition im Titelrennen verspielt hatten, warteten die Fans im Parkstadion fast eine Halbzeit lang vergeblich auf eine ansprechende Leistung ihres Teams. Nach dem frühen Rückstand geschockt, lief bei den Gastgebern so gut wie gar nichts zusammen. Selbst Pässe über wenige Meter kamen nicht an. In Reihen der Hachinger, die in die 2. Liga absteigen, gefielen Abwehrchef Alexander Strehmel und Mittelfeldspieler Danny Schwarz.

Für Schalke war das 539. Pflichtspiel im Parkstadion auch das letzte. Die Gelsenkirchener ziehen im August in ihre 358 Millionen Mark teure Arena um. Und ein Trost bleibt ihnen ja nach diesem dramatischen Ende: Schalke 04 spielt dann hier in der Champions-League.

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