Schalke 04 : Viel Einsatz, keine Überraschung

Schalke 04 startet beim Champions-League-Rückspiel in Barcelona furios und scheidet doch durch ein 0:1 aus.

Jörg Strohschein
Neuer
Ein Traum geht zu Ende. Schalke ist ausgeschieden. -Foto: dpa

BarcelonaAm Ende versuchten die Spieler des FC Schalke 04 nur noch, das Ergebnis im erträglichen Rahmen zu halten. Die Enttäuschung war ihnen ins Gesicht geschrieben, denn sie wussten, dass sie auch das Rückspiel im Viertelfinale der Champions League verlieren würden. Als Schiedsrichter Roberto Rosetti die Partie abpfiff, stand es 1:0 (1:0) für den FC Barcelona, und es dürfte bei den Westfalen der Ärger vorgeherrscht haben, eine mögliche Überraschung verpasst zu haben. „Es ist deprimierend“, sagte Mittelfeldspieler Fabian Ernst, „wir haben hier 45 Minuten dominiert.“

Es muss es ein äußerst stimulierendes Video gewesen sein, das Trainer Mirko Slomka seinen Spielern noch am Nachmittag vor dem Spiel gezeigt hatte. Anders als in der Woche zuvor zeigten die Schalker im Stadion Camp Nou eine enorme Präsenz. Noch im Hinspiel benötigten sie die gesamte erste Hälfte, um ihren Respekt vor dem großen Namen ihres Gegners abzulegen. Zwar hatten die Katalanen auch in dieser Partie die erste Möglichkeit nach einem Distanzschuss von Bojan Krkic, der nach drei Minuten nur knapp über das Tor flog. Doch zur Überraschung der rund 85 000 Zuschauer übernahmen im Anschluss die Schalker die Kontrolle über diese Partie – und sie erspielten sich sogar eine Fülle von Torgelegenheiten.

Doch auch wenn die Schalker Spieler ihre sämtlichen, in dieser Saison viel zu lange versteckt gehaltenen spielerischen Möglichkeiten in dieser Phase offenbarten: Eine entscheidende Schwäche konnten sie auch in dieser Partie nicht beheben. Weder Kevin Kuranyi mit zwei Kopfbällen aus kurzer Distanz, noch Halil Altintop und auch nicht der an diesem Abend starke Jermaine Jones brachten den Ball im Tor der Katalanen unter. Der 0:1-Rückstand aus dem Hinspiel vor einer Woche hätte spätestens nach einer halben Stunde egalisiert sein müssen. Denn allzu oft dürften Mannschaften, die beim FC Barcelona antreten, nicht derlei hochkarätige Möglichkeiten geboten bekommen.

Der Mannschaft von Trainer Frank Rijkaard war am gestrigen Abend zwar deutlich anzumerken, dass sie sich in einer sportlichen Krise befindet. Die Zahl der Abspielfehler und Missverständnisse im ersten Durchgang überstieg das sonst übliche Maß deutlich. Aber auch wenn das Mannschaftsgefüge der Spanier nicht optimal harmoniert, bieten die individuellen Möglichkeiten der Spieler stets die Option für einen Treffer. Den Beweis dafür traten sie exemplarisch in dieser Begegnung an. Nur zweimal gelang es Barcelona im ersten Durchgang, erwähnenswert vor das Schalker Tor zu kommen. Dieser Minimalismus reichte aber aus, um eine Vorentscheidung zu erreichen. Zunächst hätte Xavi nach einem schönen Zuspiel von Iniesta die Führung erzielen können, doch Manuel Neuer konnte glänzend parieren.

Zwei Minuten vor Ende der ersten Hälfte, als eigentlich nichts mehr darauf hindeutete, dass Barcelona noch einmal Zielstrebigkeit entwickeln würde, erzielte Mittelfeldspieler Yaya Touré nach einer verunglückten Rettungstat von Mladen Krstajic doch noch die Führung für die Gastgeber. Krstajic köpfte einen Querschläger von der Schalker Torlinie – allerdings direkt vor Tourés Füße. Schalke gab sich zwar trotz des aussichtslos anmutenden Rückstands in der Summe beider Partien auch in der zweiten Hälfte nicht auf, doch angesichts des Spielstands gelang es ihnen kaum noch einmal, die Energie und Leidenschaft aufzubringen, die sie zuvor getragen hatte. Und so hatten sie Glück, dass weder Thierry Henry noch Andrès Iniesta das Ergebnis erhöhten. Ausgeschieden sind die Schalker trotzdem.

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