Schalke : Asamoah in der Warteschleife

Kurz vor dem Champions-League-Duell mit Chelsea gibt sich Schalke-Stürmer Asamoah hinsichtlich seiner sportlichen Zukunft bedeckt. Die Klub-Verantwortlichen erwecken indes den Eindruck, "Asa" passe nicht mehr ins Team. Das trifft den 29-Jährigen sichtlich.

Ulli Brünger[dpa]
Asamoah
Auf dem absteigenden Ast: Gerald Asamoah. -Foto: ddp

LondonGerald Asamoah ist im Moment ein Profi in der Warteschleife. Für den 29 Jahre alten Stürmer des FC Schalke 04 läuft es gleich in mehrfacher Hinsicht nicht gut. In der deutschen Nationalmannschaft gehört der WM-Dritte acht Monate vor der Europameisterschaft nur noch zum erweiterten Kader und im Verein steht seine Zukunft ebenfalls in den Sternen. Die Ungewissheit scheint Asamoah zumindest so zu belasten, dass er das Thema vor dem Champions-League-Knüller beim FC Chelsea am liebsten beiseite drängen würde. "Ich will über meine Vertragssituation nicht reden", wiegelte Asamoah im Gespräch mit der dpa ab - und seine sonst so freundliche Miene nahm ernste Züge an.

Schnell wird klar, dass der dienstälteste Schalker Profi, der 1999 von Hannover 96 ins Revier wechselte und dort wegen seiner stets fröhlichen Art zum Publikumsliebling avancierte, derzeit nicht gerade auf Wolke sieben schwebt. Dass die Schalker Verantwortlichen noch nicht auf ihn zugekommen sind, schmeckt ihm nicht. "Mein Vertrag läuft im nächsten Jahr aus. Aber mit mir hat noch keiner gesprochen", sagte Asamoah, der insgesamt 221 Bundesligaspiele (37 Tore) für die Königsblauen bestritt.

"Mich belastet das nicht"

Nach außen jedoch gibt sich der gebürtige Ghanaer gelassen, will keinen Wirbel entfachen. "Es ist ja noch viel Zeit. Mich belastet das nicht", behauptete er daher. Er wolle sich weiter reinhängen: "Wenn ich meine Leistung bringe, kommt alles andere von allein", so "Asa" auch im Hinblick auf die EM 2008.

Während die Fans ihren Liebling gern weiter auf Schalke sehen würden, betrachtet Andreas Müller die Lage nüchtern. "Gerald ist nur einer von vier Nationalspielern bei uns, deren Verträge im nächsten Sommer auslaufen", sagte der Manager, der sich demnächst auch mit der Weiterbeschäftigung von Zlatan Bajramovic, Gustavo Varela und Dario Rodriguez befassen muss. "Sie sind bei uns alle feste Größen und bringen ihre Leistungen." Den Zeitpunkt etwaiger Gespräche aber will sich Müller aber keinesfalls diktieren lassen. "Irgendwann zwischen Oktober und Juni", sagte er lapidar. "Ich werde alle Beteiligten informieren, wann ich es für richtig halten, mit ihnen zu sprechen."

Müller: Wollen den nächsten Schritt machen

Ob Müller lediglich Zeit gewinnen oder die Spieler zu noch größerer Leistung anstacheln will, bleibt unklar. "Tut es seiner Leistung nicht gut, wenn sein Vertrag noch nicht verlängert ist?", fragte er. "Seine Leistung bringt Gerald doch auf dem Platz." Möglicherweise will der Manager auch nur warten, bis sein eigener, im September 2008 auslaufender Kontrakt verlängert ist. Die Gespräche darüber mit dem Vorstand uns Aufsichtsrat laufen zumindest schon. Zweifel über eine weitere Zusammenarbeit gibt es kaum. "Es hat schon gute Gespräche gegeben", erklärte Präsident Josef Schnusenberg. "Es spricht nicht dagegen, dass er seine Arbeit fortsetzt."

Müller und Trainer Mirko Slomka überlegen wohl auch, ob Spieler wie Asamoah, der auf seinen letzten großen Vertrag hofft, den Klub auf dem angestrebten Weg nach ganz oben langfristig voranbringen. "Wir sind jetzt in der Situation, dass wir in den kommenden ein, zwei Jahren den nächsten Schritt machen wollen", stellte Müller klar. Das Ziel sei, sich konstant in der nationalen Spitze zu etablieren und auch international weiter oben mitzumischen. "Wenn man mal drei Jahre in Folge in der Champions League spielt, kann man auch mal Spieler holen, die bisher nicht möglich waren." Ob Asamoah und Co. bei dem Plan, innerhalb der nächsten fünf Jahre in Europas Spitze vorzustoßen, noch eine tragende Rolle spielen werden, darf zumindest bezweifelt werden. Der Umbruch auf Schalke ist eingeleitet.

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