Schalke - Bukarest 3:0 : Schalke macht spät alles klar

Lange tun sich die Schalker schwer gegen Steaua Bukarest, den Europacup-Sieger von 1986. Doch ein kurioses Zufallstor von Uchida bricht den Bann.

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Jubel-Schalker unter sich.
Jubel-Schalker unter sich.Foto: Reuters

Es brauchte schon die tatkräftige Mithilfe von Steaua Bukarest, damit der FC Schalke 04 das Auftaktspiel der Champions-League-Gruppenphase mit 3:0 (0:0) gewinnen konnte und sich damit einen optimalen Start in der Gruppe E verschafft hat. Es war ein trotz des am Ende deutlichen Ergebnisses mühsamer und zäher Sieg, den Atsuto Uchida durch einen kuriosen Treffer in der zweiten Hälfte einleitete und der das Ziel des Ruhrgebietsklubs, das Überstehen der Gruppenphase, durchaus möglich macht. Es war zudem erstaunlich, wie viele freie Plätze es noch in der Schalker Arena gab. Offenbar scheint die ganz große Euphorie des Publikums bei internationalen Auftritten der Schalker vorbei zu sein. Für eine Mannschaft wie Steaua Bukarest, immerhin aktueller rumänischer Double- Sieger, konnten sich lediglich 49 358 Schalker Fußballfans begeistern. Eine für den Ruhrgebietsklub überraschend niedrige Zahl.

"Wir sind überragend in die Champions League gestartet und haben vor allem wieder zu Null gespielt. Das freut mich wahnsinnig. Das 1:0 war ein Glückstor, aber so was braucht man auch mal und damit war das Spiel gelaufen", sagte Trainer Jens Keller. Julian Draxler meinte: "Es war nicht so leicht, wie es das Ergebnis widerspiegelt. Wir haben eine Menge Geduld mitgebracht, aber am Ende war es verdient."

Die Schalker versuchten von Beginn an, die Initiative zu übernehmen. Sie ließen Ball und Gegner laufen und dominierten die Partie fast nach Belieben. Die Rumänen konzentrierten sich zunächst vor allem auf ihre defensive Staffelung und wollten es dem Gegner schwer machen, Chancen zu erspielen. Und bis auf eine Kopfballmöglichkeit von Kevin-Prince Boateng nach 14 Minuten, die Torhüter Ciprian Tatarusanu parierte, gelang ihnen dieses Vorhaben. Die Mannschaft von Jens Keller konnte sich ansonsten kaum gefährlich dem gegnerischen Tor nähern. Als nach 31 Minuten Cristian Tanase mit einem Distanzschuss, für den sich Timo Hildebrand im Schalker Tor strecken musste, erstmals andeutete, dass Steaua durchaus gewillt war, einen Treffer zu erzielen, wirkten die Schalker beeindruckt. Sie verfielen von einer auf die andere Sekunde in eine passive Haltung und hatten in der Folge Mühe, die technisch versierten Rumänen vom eigenen Tor fern zu halten. Schalke überstand die erste Hälfte zwar ohne Gegentreffer, die stetig steigende Angst der Spieler vor Fehlern war aber beinahe greifbar.

Die Mannschaft von Laurentiu Reghecampf, der einst unter anderem bei Energie Cottbus in der Bundesliga spielte, hatte ihr gegen Ende der ersten Hälfte gewonnenes Selbstbewusstsein über die Pause gerettet. Pantelis Kapetanos kam kurz nach Wiederanpfiff nach einem Eckball nur einen Schritt zu spät. Und als neun Minuten später Alexandru Bourceanu mit einem listigen Schlenzer nur um Zentimeter das Schalker Tor verfehlte, schien es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis die Rumänen, einen Treffer erzielen sollten.

Dass die Schalker dennoch nach 67 Minuten in Führung gingen, hatten sie einer Slapstick-Einlage der rumänischen Abwehr zu verdanken. Uchida flankte scheinbar harmlos in den Strafraum der Gäste, aber sowohl der Torhüter als auch ein Verteidiger kümmerten sich nicht weiter darum und die Kugel lag plötzlich im Tor. Diese Führung verschaffte den Schalkern Erleichterung. Und plötzlich gelang ihnen das, was zuvor nicht funktionierte. Sie spielten sich Torchancen heraus. Die erste davon verwertete Boateng nach 78 Minuten auch prompt zum 2:0. Fünf Minuten vor dem Ende traf dann auch Julian Draxler noch zum 3:0 und machte den Sieg endgültig perfekt.

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