Schalke - Dortmund : Fast alles wieder gut

Schalke revanchiert sich für den in Dortmund verspielten Meistertitel und demütigt die Borussia im Revierderby mit 4:1.

Schalke
Ich war's. Gerald Asamoah zelebriert seinen Treffer zum 3:0. -Foto: ddp

Die Fans in Königsblau ließen ihrer Begeisterung freien Lauf und riefen voller Inbrunst: „Die Nummer eins im Pott sind wir!“ Dieser Ausruf war nicht nur politisch korrekt, sondern auch vom Geschehen auf dem Fußballplatz gedeckt. Im 130. Revierderby erteilte Schalke 04 seinem ungeliebten Nachbarn Borussia Dortmund vor 61 500 Zuschauern eine Lektion. Schalke demütigte seinen Ruhrpott-Rivalen mit einer Demonstration sportlicher Stärke, die nicht nur in den Toren von Marcelo Bordon (11. Minute), Christian Pander (31.), Gerald Asamoah (59.) und Kevin Kuranyi (78.) Ausdruck fand. „Es wäre eine Schande gewesen, wenn wir das Spiel verloren hätten“, sagte Asamoah. Die Vorgeschichte des Spiels habe ihn „sehr motiviert“.

Während auf dem Platz klare Verhältnisse herrschten, scheinen sich die Beziehungen der Rivalen zu normalisieren. Die Dortmunder gaben sich kleinlaut. „Schalke war uns in allen Belangen überlegen“, sagte Kapitän Christian Wörns. Sein Trainer Thomas Doll wirkte nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel ratlos: „Es kommt nicht von ungefähr, dass wir schon sieben Tore kassiert haben.“

Nachdem die Verantwortlichen beider Klubs eine Art westfälischen Fußballfrieden geschlossen hatten, gingen auch die Fangruppen in der Arena zur Derby-Tagesordnung über. Sie tauschten Beschimpfungen aus, wie es bei Bundesligaspielen üblich ist. Von Provokationen der üblen Sorte war wenig zu sehen. Nur eine kleine Spitze haben die Dortmunder sich geleistet. Sie befestigten in ihrem Block ein Transparent mit der Zahlenkombination 12.05.07. Die Chiffre stand für den 12. Mai dieses Jahres, als Dortmund dem Rivalen eine Niederlage zugefügt hatte, die Schalke letztlich den Meistertitel kostete. Die Königsblauen hatten heftig unter diesem 0:2 gelitten, vor allem aber unter der Häme, die ihnen anschließend aus Dortmund entgegengeschlagen waren.

Vor dem neuerlichen Treffen beschlossen die Schalker Profis, es dem Nachbarn mit den Mitteln des Fußballs angemessen heimzuzahlen. „Wir wollten klar gewinnen, und wir haben keinen Zweifel daran gelassen, dass wir dieses Spiel gewinnen werden“, sagte Christian Pander, Nationalspieler in spe und eine der überragenden Figuren bei Schalke.

Vor allem wenn Pander sich an ruhenden Bällen versuchte, wurde es unruhig im Dortmunder Strafraum. Das machte sich als Erster Kapitän Bordon zunutze und erzielte per Kopf die Führung. Den zweiten Treffer erzielte Pander mit einem Freistoß selbst. Die zaghaften Dortmunder Gegenstöße blieben zumeist im Versuch stecken.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs stürmte Schalke noch zielstrebiger, und steigerte im Abschluss auch den künstlerischen Ausdruck, so etwa bei Gerald Asamoahs Flugkopfball zum 3:0. Als die Dortmunder wieder zu sich kamen, gelang ihnen der Anschlusstreffer, doch das Erfolgserlebnis des eingewechselten Nelson Valdez (66.) vermochte den Gegner nicht zu beeindrucken. Im Gegenteil: Schalke stürmte und stürmte und stürmte. In der Schlussphase durfte der neue Mittelfeldstratege Carlos Großmüller seinen Bundesliga-Einstand feiern und fünfzehn Minuten lang Schalker Derby-Glück genießen, so etwa, als er wenige Minuten nach seiner Einwechslung Kuranyis Kopfball zum 4:1 aus der Nähe erlebte. Kruska dagegen durfte ein wenig früher gehen. Er sah die Gelb-Rote Karte. Aber das war nur eine Fußnote des Dortmunder Debakels.

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