Schalke - Freiburg : Punkte weg, Geld weg

Kein guter Tag für Schalkes Trainer Magath: Die Knappen verlieren am 4. Spieltag gegen Aufsteiger Freiburg 0:1. Zudem gibt es Verwirrung um Rafinhas angeblichen Wechsel nach München. Nicht zuletzt drückt die angespannte Finanzlage auf die Stimmung.

Richard Leipold[Gelsenkirchen]
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Sichtlich bedient: Schalkes Trainer und Manager Magath -Foto: ddp

Vor der Partie gegen den SC Freiburg hatte Felix Magath, der Trainer und Manager des FC Schalke 04, Spekulationen über eine mögliche finanzielle Schieflage zurückgewiesen. Er halte die Situation „nicht für besorgniserregend“, sagte er. „Der FC Schalke ist gesund.“ Beim Gedanken an Freiburg, den „Stärksten der drei Aufsteiger“, kämen ihm „schon mehr graue Haare“.

Zu Recht. Der SC Freiburg besiegte Schalke 04 gestern dank des Treffers von Verteidiger Du-Ri Cha 1:0 (1:0) und fügten dem Revierklub die erste Saisonniederlage zu. Aber nicht nur dieser sportliche Fehlschlag ärgerte die Fans. Die Gelsenkirchener scheinen frisches Geld dringender zu benötigen, als sie zugeben wollen. Nach Informationen des „Kicker“ wechselt der Rechtsverteidiger Rafinha zum FC Bayern München. Eine Einigung soll unmittelbar bevorstehen. Allerdings dementierte Felix Magath den Wechsel des Brasilianers. „Es gibt kein konkretes Angebot der Bayern“, sagte der Schalker Trainer. Bayerns Teammanager Christian Nerlinger bezeichnete es zwar als Falschmeldung, später aber sagte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge: „Es ist nicht so konkret, wie es im Moment verkündet wird. Wir haben weder mit dem Spieler noch mit dem Verein eine Vereinbarung. Diese Personalie ist noch nicht abgeschlossen.“

Rafinha gilt, trotz einiger privater Eskapaden, seit Jahren als Leistungsträger. Gegen Freiburg wurde er in der zweiten Halbzeit zeitweise ausgepfiffen, nachdem die Ankündigung des möglichen Wechsels auch die Fans in der Nordkurve erreicht hatte. Zur Pause hatten die ersten missmutigen Anhänger auch auf die Leistung der Heimelf gepfiffen. Mit Ivan Rakitic anstelle von Vasilios Pliatsikas im Mittelfeld war Schalke zwar offensiver aufgestellt als zuletzt in Hoffenheim, aber die Westfalen kickten einfallslos und wirkten bei eigenem Ballbesitz unkonzentriert. In der ersten Hälfte störte nur ein Kopfball Kevin Kuranyis, der knapp das Ziel verfehlte, das Wohlbefinden der Freiburger. Auf der anderen Seite nutzte Du-Ri Cha einen Fehler des Schalker Verteidigers Benedikt Höwedes zum Führungstreffer; zuvor hatte Pavel Krmas nur die Latte getroffen. Nach dem Seitenwechsel spielte Schalke energischer auf Angriff, aber nicht effektiver. Nur Levan Kenia, einer von drei Einwechselspielern, kam dem Ausgleich nahe; der Georgier traf kurz vor Schluss den Pfosten. „Die Art und Weise, wie wir verloren haben, war ein Rückfall in die letzte Saison“, sagte Felix Magath.

Noch mehr als diese Niederlage könnte Schalke aber in Kürze das Thema Finanzen beschäftigen. Der Klub hatte Forderungen aus langfristigen Sponsorenverträgen ganz oder teilweise vorab vereinnahmt, um langfristige Schulden zu tilgen und andere Verpflichtungen zu erfüllen. Am Samstag hatte eine Boulevardzeitung zudem vermeldet, wegen finanzieller Engpässe habe Schalke Spielergehälter über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten teilweise bis zu vier Wochen zu spät überwiesen. Zuvor hatte der frühere Manager Rudi Assauer, seit seinem Ausscheiden ein (v)erbitterter Kritiker des Klubs, die finanzielle Situation des Gelsenkirchener Traditionsklubs als „ziemlich ernst“ bezeichnet.

Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies weiß nach eigenen Angaben nichts von verspätet gezahlten Spielergehältern. „Mir ist bisher nichts bekannt darüber“, sagte Tönnies am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

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