Schalke gegen Hertha BSC 0:0 : Sieglos ungeschlagen

Hertha BSC erreicht beim 0:0 auf Schalke das dritte Unentschieden im dritten Saisonspiel

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Gelsenkirchen. Plötzlich stand der Schalker Manager Rudi Assauer an der Seitenlinie und fluchte. Sein Spielmacher Andreas Möller war nach einer halben Stunde im Strafraum von Hertha BSC gefallen. Schiedsrichter Herbert Fandel ließ weiterspielen. Schwalbe. Als Herthas Trainer Huub Stevens lobend den Daumen hob, rastete Assauer aus. Er fuchtelte mit den Armen, schrie Stevens an, meckerte und hob drohend den Finger. Stevens blieb ruhig. Er kennt Assauer. Der Mann ist sein alter Vorgesetzter.

Dass Assauer gerne stänkert, hatte er schon vor dem gestrigen 0:0 zwischen Schalke 04 und Hertha BSC klar gemacht. „Ich werde Huub dermaßen fertig machen, dass er nervös wird, ausrastet und anschließend auf der Tribüne landet“, polterte er in der „WAZ". Kurz vor Anpfiff hatte der Manager seinem alten Trainer einen Trainingsanzug in die Hand gedrückt. Weil Stevens in Berlin so feine Sachen trägt. Assauer findet das albern. Herthas Trainer war vorbereitet: Er schenkte Assauer eine leere Flasche. „Das war Berliner Luft“, sagte Stevens. Da lachte erst Assauer, dann Stevens.

Schalke interessiert Stevens nicht mehr. Nur Hertha. In Berlin soll es die Champions League sein. Doch Hertha ist nicht gut in die Saison gestartet. Unentschieden in Dortmund, Unentschieden in Stuttgart. Am Sonntagabend nun das Unentschieden bei Schalke. Fünf Punkte hatte Herthas Manager Dieter Hoeneß aus den ersten drei Spielen gefordert. Jetzt sind es drei. Hertha ist zwar ungeschlagen, aber noch immer ohne Sieg. Dass es nicht besonders gut läuft, ist auch Trainer Stevens klar. Einen Mann wie Michael Preetz setzte er überraschend auf die Ersatzbank. Luizao ließ er in Berlin. Plötzlich spielte mit Michael Hartmann ein Spieler auf der rechten Außenbahn, der in beiden vergangenen Bundesliga-Spielen keine Chancen bekommen hatte. Der Belgier Bart Goor ging nach links. Irgendwie muss es ja vorangehen. Nur: Besonders gut hat Stevens die Umstellung nicht gefallen. Später tauschten Goor und Hartmann wieder die Seiten.

Hertha spielte konfusen Fußball. Die Mannschaft kam selten aus der Abwehr heraus, und wenn, dann eher zufällig. Eigentlich sollte Mannschaftskapitän Stefan Beinlich, der am Mittwoch noch für Herthas Amateure gekickt hatte, vor der Abwehr für Ordnung sorgen. Doch Schalke drückte. Nach acht Minuten lenkte Herthas Torhüter Gabor Kiraly einen Freistoß von Jörg Böhme neben den Pfosten.

Als Herthas Abwehrkette wesentlich besser stand, verletzte sich Stürmer Alex Alves am Oberschenkel. Der Brasilianer hatte kurz vor der Halbzeit Möller überlaufen, griff sich dann an den Oberschenkel. Stevens nahm ihn vom Platz und schickte Preetz auf den Platz. Der hatte den Rasen gerade betreten, da klatschte der Ball gegen den Schalker Pfosten. Tomasz Hajto hatte ihn bei einem Eckball aufs eigene Tor geköpft. Als der Ball zurücksprang, drückte ihn diesmal Herthas Verteidiger Nene an den Pfosten. Rudi Assauer wurde immer ruhiger.

Seit 32 Jahren hat Hertha BSC nun in Gelsenkirchen nicht mehr gewonnen. Dass es auch in diesem Jahr nichts werden würde, begriff Stevens wohl kurz nach der Halbzeit. Da durfte er seine Mannschaft erneut umbauen. Diesmal wurde Nene verletzt vom Platz getragen. Schalke machte wieder Druck und kam nach 70 Minuten zur besten Chance des Spiels: Doch der gerade eingewechselte Emile Mpenza hob den Ball unbedrängt vor Herthas Torhüter Kiraly neben das Tor. Viel mehr klare Torchancen gab es nicht. Huub Stevens aber sagte: „Das Spiel hätte 3:3 ausgehen können.“ Vielleicht rechtfertigt man so einen Fehlstart. Herthas Jung-Nationalspieler Arne Friedrich sagt jedenfalls: „Es wird Zeit, dass wir mal drei Punkte holen."

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