Schalke gewinnt in Piräus : Jubel nach dem Gebet

Noch nie hatte Schalke 04 bisher einen Treffer zum Auftakt der Gruppenphase in der Champions League erzielt. Zum Auftakt der Champions-League-Saison 2012/13 besiegte die Mannschaft von Trainer Huub Stevens nun Olympiakos Piräus mit 2:1 (1:0).

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Eins, zwei, drei, wer hat den Ball? Der Schalker Benedikt Höwedes (links) und Paulo Machado von Piräus liefern sich ein ganz spezielles Duell. Foto: Reuters
Eins, zwei, drei, wer hat den Ball? Der Schalker Benedikt Höwedes (links) und Paulo Machado von Piräus liefern sich ein ganz...Foto: REUTERS

Der Schalker Kyriakos Papadopoulos hatte sich noch wenige Augenblicke vor Anpfiff auf den Rasen gekniet und gebetet. Die Rückkehr zu seinem Heimatklub, zu Olympiakos, bei dem er bereits mit 15 Jahren Profi-Fußballer geworden war, schien ihn tiefer zu berühren, als er es im Vorfeld hatte eingestehen wollen. Der 20-Jährige wusste offenbar, was auf ihn zukommen würde. Bei jedem seiner Ballkontakte in der Anfangsphase wurde er von den rund 33 000 enthusiastischen Zuschauern im Georgios-Karaiskaki-Stadion mit ohrenbetäubenden Pfiffen begleitet.

Neben Papadopoulos stand aber die gesamte Schalker Verteidigung im Blickpunkt gegen die zuletzt heimstarken Griechen, und so hatte Stevens mit Roman Neustädter und Jermaine Jones gleich zwei defensive Mittelfeldspieler aufgeboten. Zudem sollte Tranquillo Barnetta bei seinem Debüt in der Startelf die linke Seite noch mehr absichern, als es Julian Draxler für gewöhnlich macht. Der 18-Jährige Draxler war gestern trotz seines guten Auftritts zuletzt in der Bundesliga genauso Zuschauer wie der zuletzt ebenfalls überzeugende Ibrahim Afellay. Jefferson Farfan nahm stattdessen wieder seinen angestammten Platz auf der rechten Seite ein. Der Schalker Trainer wollte kein hohes Risiko eingehen.

Diese Taktik ging auch auf, die Griechen fanden in der ersten Hälfte kaum ein Mittel gegen die kompakte Schalker Defensive. Lediglich bei Standardsituationen, einem Freistoß von José Holebas und einem Kopfball von Rafik Djebbour nach einem Eckball, entstand Gefahr für das Tor von Lars Unnerstall.

Doch während die Gäste in der Defensive gut standen, war die Offensive in der Anfangsphase eher schlecht. Bis auf einige Flanken, die aber nicht verwertet wurden, gab es keine nennenswerten Angriffsszenen. Klaas-Jan Huntelaar mühte sich als Spitze redlich, aber vergeblich. Ergebnisorientierte Sachlichkeit hatte eindeutig Vorrang vor fußballerischer Unterhaltung.

Allerdings stieg das Selbstbewusstsein der Schalker vor dem gegnerischen Tor spätestens nach 38 Minuten. Da hatte sich Papadopoulos gegen Olympiakos-Torhüter Balazs Megyeri im Luftkampf durchgesetzt und mit dem Kopf ins Tor getroffen. Doch der spanische Schiedsrichter David Fernadez Borbalan gab den Treffer nicht. Nur drei Minuten später war es Benedikt Höwedes, der nach einem Farfan-Eckball per Kopf traf. Diesmal war der Treffer regulär erzielt worden.

Sechs Minuten nach der Pause hätte Tranquillo Barnetta das 2:0 erzielen müssen, doch nach einem abgewehrten Schuss von Fuchs schoss der Schweizer aus kürzester Distanz über das leere Olympiakos-Tor. Die Schalker hatten die Partie so lange im Griff, bis der bis dahin überzeugende Joel Matip einen Aussetzer hatte, aber seinen Fehler zunächst noch auf der Torlinie bei einem Schuss von Djamel Abdoun ausbügeln konnte. Wenige Sekunden später traf der Grieche aber dann doch zum Ausgleich.

Die Reaktion der Schalker war beachtlich. Nur 60 Sekunden später erzielte Huntelaar nach Vorarbeit von Holtby das 2:1. Nur eine Minute später setzte der Holländer einen Strafstoß, nach Foul an Barnetta, gegen den Pfosten. Der Patzer hatte keine Auswirkungen. Die Schalker brachten die Partie routiniert und souverän zu Ende und feierten den ersten Sieg einer deutschen Mannschaft bei Olympiakos seit 30 Jahren.

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